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Leipzig, 22. April 2026

Neue Projekte von Julia von Heinz, Ulrich Seidl und Stephan Komandarev – Die MDM fördert Film-, Serien- und Medienprojekte mit knapp 5,2 Millionen Euro

Die Animationsserie „Ash” interpretiert den Stoff von „Drei Haselnüsse für Aschenbrödel” neu: Die 13-jährige Ash entdeckt, dass sie eine Fee ist, doch ihre Magie ist völlig außer Kontrolle. Als ihre Tante das Königreich unter dunkle Magie zu zwingen droht, ist Ash die Einzige, die sie aufhalten kann. Produzent und Regisseur ist Kai-Roman Schöttle, dessen Firma bigchild Entertainment aus Erfurt für dieses Projekt bereits in der Stoffentwicklung von der MDM gefördert wurde und nun 500.000 Euro Produktionsförderung erhält.

500.000 Euro erhält die ostlicht filmproduktion für „HA-NEU / BERLIN”. Duc-Thi Bui und Duc Ngo Ngoc, der ebenfalls die Regie übernimmt, wurden für das Drehbuch mit dem Deutschen Drehbuchpreis 2025 ausgezeichnet: Bei einer Mitfahrgelegenheit lernen sich der illegal eingereiste Viet und der Jurastudent Nam kennen. Was als zufällige Bekanntschaft beginnt, entwickelt sich zu einer unerwarteten Freundschaft und mündet in einem moralischen Dilemma. Das Projekt wurde von der MDM bereits in der Stoff- und Projektentwicklung gefördert.

Das Olchi-Universum wird erweitert! In der Animationsserie „Muffelspaß im Olchipark” (AT) werden die sympathisch-müffeligen grünen Wesen zu Freizeitpark-Betreiber*innen und laden in eine Welt voller Witz, turbulenter Karussellfahrten und fantasievoller Attraktionen ein. Die Regie übernimmt Regina Welker („Latte Igel und der magische Wasserstein”). (DenverMP, 450.000 Euro)

Julia von Heinz verfilmt mit „Das Kind in dir muss Heimat finden” den gleichnamigen Sachbuch-Bestseller von Stefanie Stahl als Spielfilm: Im Mittelpunkt stehen die Schwestern Maja und Laura und ihre Mutter Anke, drei Frauen, die auf den ersten Blick alles im Griff haben und doch an den unsichtbaren Fesseln ihrer Vergangenheit hängen. Das Drehbuch schrieb Julia von Heinz gemeinsam mit John Quester, vor der Kamera stehen unter anderem Mala Emde, Hannah Herzsprung und Martina Gedeck. (Tobis Film, 300.000 Euro)

In seinem neuen Film „Distanzen” wendet sich der österreichische Regisseur Ulrich Seidl, nach „Paradies: Liebe”, erneut einem touristischen Phänomen zu: Hauptfigur Carl Schwert organisiert Reisen zu Orten von Leid und Tod, sogenannten Dark-Tourism-Zielen. Das Drehbuch entstand in Zusammenarbeit mit Veronika Franz und Severin Fiala („Des Teufels Bad”). Die MDM fördert das Projekt der Essential Filmproduktion mit 300.000 Euro.

Mit „Erbe aus Eis” erzählen Andreas Fauser und Nivi Pedersen Grönlands bewegte und weitgehend unbekannte Geschichte durch die Augen seiner Einwohner*innen. Die Doku-Serie beleuchtet die Stimmen, Traditionen und Kämpfe eines Volkes das nie aufhörte, um seine Identität, Kultur und Unabhängigkeit zu ringen. (LOOKS Film & TV Produktionen, 300.000 Euro)

Regisseurin und Autorin Uisenma Borchu („Schwarze Milch”) erzählt in „Fidschi” von den beiden Freundinnen Dodo und Thy. In einer ostdeutschen Kleinstadt der 1990er Jahre versuchen beide, eine mit vietnamesischen, eine mit mongolischen Wurzeln, ihren Platz in einer von Vorurteilen geprägten Umgebung zu finden. Doch als eine sich in einen jungen Neonazi verliebt, gerät ihre Freundschaft in Gefahr. (if… Productions Film, 300.000 Euro)

Mit „Vincents Walsänger Abenteuer” entsteht eine Animationsserie im Universum des kürzlich erschienenen Kinofilms „Der letzte Walsänger”: Vincent, ein junger Buckelwal mit magischen Gesangskräften, versucht gemeinsam mit seinen Freunden das Regenbogenriff zu beschützen. Regie führt Steven Majaury, die Leipziger PFX Postproduction erhält für das Projekt 250.000 Euro.

The Block Universe” von Stephan Komandarev erzählt von einer Notärztin und einem Rettungssanitäter in Sofia, deren Geschichten sich in einem Geflecht aus Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft verschränken. Komandarevs letzter, ebenfalls von der MDM geförderter Film „Made in EU”, feierte Weltpremiere auf den 82. Filmfestspielen von Venedig und kam im Februar 2026 in die Kinos. Für seinen neuen Film erhält die 42film GmbH aus Halle (Saale) Produktionsförderung in Höhe von 200.000 Euro.

Mit 139.000 Euro Referenzmitteln wird X Filme Creative Pool für „Kiss Kiss Wolf” gefördert. DDR, 1986: Petra und Conni, zwei Arbeiterinnen der ORWO-Filmfabrik, drehen heimlich lesbische Sexfilme und geraten damit ins Visier der Stasi. Nicht nur wegen ihres Systemboykotts, sondern weil die Filme im Westen eine Sehnsucht nach Freiheit auslösen, die sie zum Exportschlager macht. Regie führt Helene Hegemann, die das Drehbuch gemeinsam mit Christian Tschirner und Lynn T. Musiol verfasste.

Was macht Arbeit mit den Menschen? Und wie kann man Arbeit als Teil von Identität und Würde sichtbar machen? Aus diesen Fragen heraus entsteht der Dokumentarfilm „MALOCHERLAND” von Regisseur Stephan Witthöft, der durch fünf Geschichten die großen Umbrüche unserer Zeit wie Strukturwandel, Industriezukunft, Ressourcenknappheit und KI erfahrbar macht. (Liquid Films, 100.000 Euro)

In „Melatonin” setzt sich Gwenola Heck in experimenteller Bildsprache mit Schlaflosigkeit und intrusiven Gedanken auseinander. Das Drehbuch zum Animationsfilm verfasste Heck zusammen mit Vladimir Ederle. Marla liegt wach, gefangen im nächtlichen Gedankenstrudel. Doch je mehr sie den Schlaf erzwingen will, desto lauter und unkontrollierbarer werden ihre Gedanken, ihr Bett marschiert im Takt ihres Pulses, während zappelnde Dämonen aus ihren Gedanken entstehen. (Blaue Pampelmuse, 80.000 Euro)

Am Rande von Asunción ragt neben dem ärmsten und gefährlichsten Viertel Paraguays eine der größten Müllkippen Südamerikas auf. Zwischen brennendem Abfall und behelfsmäßigen Hütten bauen Kinder und Jugendliche aus Müll Instrumente und erschaffen mit dem „Recycled Orchestra” Musik. Regisseurin Anna Schmidt („Living Bach”) begleitet in „Musik aus Müll – die Kinder von Cateura” die Menschen und ihr Orchester durch Alltag, Zweifel und Träume. (schmidtfilm, 62.500 Euro)

Ausgangspunkt für „The Erasmus Project” ist der portugiesische Filmemacher Filipe Araújo, der Ende der 1990er Jahre als einer der ersten Studierenden am Erasmus-Programm teilnahm und diese Zeit als prägendes Versprechen eines offenen, solidarischen Europas erlebte. Rund 25 Jahre später, im Übergang zur Lebensmitte und konfrontiert mit persönlichen, familiären und existenziellen Fragen, macht er sich auf die Suche nach seinen Freund*innen von damals. ravir media, die aktuell an der MDM-Gründerinitiative MEDIAstart teilnehmen, erhalten eine Produktionsförderung in Höhe von 25.000 Euro.

Neue Projekte in Entwicklung

Projektentwicklungsförderung erhalten die Animationsserie „Dr. D” (Regie & Buch: Tillmann Orion Brehmer und Alfonso Maestro, Wax Studios, 95.000 Euro) und der Spielfilm „MIAMI” (Regie & Buch: Anne Thieme, Rebelle Film, 50.000 Euro).

Im Rahmen einer Paketförderung gehen 200.000 Euro an Elemag Pictures aus Gera und 185.000 Euro an die ostlicht filmproduktion aus Weimar.

Von Projektentwicklungsförderung im Bereich Neue Medien profitieren die Games „Ec(h)osystem” (Head of Creative: Danae Le Guennic, Enchoi Games, 100.000 Euro), „The Inn Between” (Head of Creative: Sebastian Schlesinger, 100.000 Euro) sowie „DrillScape” (Head of Creative: Daniel Zuther, Level Labs, 70.000 Euro).

Im Stadium der Stoffentwicklung unterstützt die MDM die schwarze Komödie „Stein” (Buch: Karl-Friedrich König & Tilmann König, 2Könige Film, 30.000 Euro), die Romanze „Niemals wir” (Buch: Kanwal Sethi, 25.000 Euro) und den Dokumentarfilm „Litaniya” (Buch: Fred Kehlemen, 42film, 20.000 Euro).

Eine Storyworld-Entwicklungsförderung in Höhe von je 30.000 Euro erhalten die transmedialen Projekte „Jahr des Dankes” (AT) (Autorin: Barbara Mendes Timmermann, ROTxBLAU) und „Prometheus 1929” (Autorin: Nele Hammer, Crimson Crows Studio Hammer & Do).

Konzeptentwicklungsförderung in Höhe von je 30.000 Euro geht zudem an die Games „Cardlift” (AT) (Head of Creative: Laurenz Bischoff, Traveller’s Box) und „ForEverRest” (Head of Creative: Josephine Fischer, Narradiver).

Förderentscheidungen Verleih und Sonstige Maßnahmen

Im Verleih werden die Tragikomödie „A Sad and Beautiful World” (Regie: Cyril Aris, Neue Visionen Filmverleih, 52.500 Euro), der Kinderfilm „Das Geheimnis der gestohlenen Maske” (Regie: Nancy Mac Granaky-Quaye, Farbfilm Verleih, 40.000 Euro), die Komödie „Ticket ins Leben” (Regie: Jean-Pierre Améris, Weltkino Filmverleih, 40.000 Euro), der Dokumentarfilm „Silent Flood” (Regie: Dmytro Sukholytkyy-Sobchuk, Across Nations Filmverleih, 20.000 Euro), das Drama „Meine Frau weint” (Regie: Angela Schanelec, Grandfilm, 15.000 Euro) sowie die Dokumentarfilme „Vom Traum, unsinkbar zu sein” (Regie: Tom Fröhlich, JIP Film und Verleih, 13.000 Euro) und „Eine Krankheit wie ein Gedicht” (Regie: Jelena Ilić, mindjazz pictures, 8.000 Euro) gefördert.

Weiterhin gewährt die MDM Fördermittel für die Weiterbildungen der Filmakademie Görlitz (175.000 Euro), die Filmkunstmesse Leipzig (140.000 Euro), die Akademie für Kindermedien (136.000 Euro), die Filmkunsttage Sachsen-Anhalt (25.000 Euro) und die Travelling Road Show (19.500 Euro).

Weitere Informationen zu den geförderten Projekten sind hier (PM) und hier (Übersicht Förderentscheidungen) zu entnehmen.

Die Sitzung des Vergabeausschusses fand unter der Leitung Thüringens statt, das seit dem 18. März 2026 den Vorsitz innehat. Er wird von Christoph Schweitzer (Thüringer Staatskanzlei, Vorsitzender) und Petra Beltz (Kinoklub am Hirschlachufer Erfurt, stellvertretende Vorsitzende) ausgeübt. Grundlage ist der Gesellschaftsvertrag der MDM, wonach diese Funktion alle vier Jahre zwischen den drei mitteldeutschen Bundesländern wechselt.