mdm - Mitteldeutsche Medienförderung

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Leipzig, 09. Februar 2016

MDM mit neun geförderten Produktionen auf der Berlinale 2016

Bei den am Donnerstag beginnenden 66. Internationalen Filmfestspielen Berlin (11.-21. Februar) wird die Mitteldeutsche Medienförderung (MDM) mit insgesamt neun geförderten Filmen im Programm vertreten sein. Gleich drei davon dürfen sich im Wettbewerb Hoffnung auf die Goldenen und Silbernen Bären machen. Zwei weitere Filme werden im Forum präsentiert, ein Titel erlebt in der Sektion Generation seine Weltpremiere und in der Reihe Lola@Berlinale sind drei Werke zu sehen. Darüber hinaus ist die MDM erneut Hauptpartner des Berlinale Co-Production Market.

Im Wettbewerb wird Vincent Perez‘ dritte Regiearbeit, die Neuverfilmung von Hans Falladas Roman „Jeder stirbt für sich allein”, Weltpremiere feiern. Das Drama handelt vom Berliner Arbeiter-Ehepaar Otto und Anna Quangel, das 1940 seinen Sohn an der Westfront verliert und daraufhin mit heimlich verteilten Postkarten zum Kampf gegen Hitler aufruft. Für die Hauptrollen gewann Perez Oscar®-Preisträgerin Emma Thompson, Brendan Gleeson und Daniel Brühl. Die Dreharbeiten fanden rund viereinhalb Wochen lang im sächsischen Görlitz statt. „Jeder stirbt für sich allein” entstand als deutsch-französisch-britische Koproduktion (X Filme Creative Pool, Master Movies, Film Wave) und wurde von der MDM, Film- und Medienstiftung NRW, Medienboard Berlin-Brandenburg, DFFF, FFA, CNC, Eurimages und MEDIA gefördert. Im Herbst wird der Film von X Verleih in die deutschen Kinos gebracht.

Gleich mit ihrem Abschlussfilm „24 Wochen” hat es die gebürtige Erfurterin Anne Zohra Berrached in den Berlinale-Wettbewerb geschafft. 2013 war sie bereits mit „Zwei Mütter” zu Gast in der Sektion Perspektive Deutsches Kino und gewann den „Dialogues en Perspective”-Preis und einen First Steps Award. Im Mittelpunkt ihres neuen Films steht die Kabarettistin Astrid, die im sechsten Monat schwanger ist und erfährt, dass ihr ungeborenes Kind schwer krank ist. Dem Paar bleibt wenig Zeit für eine Entscheidung von enormer Tragweite.  
In den Hauptrollen spielen Julia Jentsch, Bjarne Mädel, Johanna Gastdorf, Emilia Pieske und Maria Dragus. Die Kamera führte wie bereits bei „Zwei Mütter” der Hallenser Friede Clausz. Gedreht wurde die Produktion von zero one film in Koproduktion mit dem ZDF/Das kleine Fernsehspiel und der Filmakademie Baden-Württemberg zu großen Teilen in Halle (Saale), Leipzig und Markkleeberg.

Der britisch-iranische Filmemacher Rafi Pitts stellt im Wettbewerb seinen neuen Film „Soy Nero” vor. Für Pitts ist es nach „Es ist Winter” (2006) sowie „Zeit des Zorns” (2010), die ebenfalls im Wettbewerb liefen, bereits die dritte Berlinale-Teilnahme. Im Zentrum des Films steht Nero, ein 19-jähriger Mexikaner, der davon träumt in die USA einzuwandern. Als einzigen Weg sein Ziel zu erreichen, sieht er den Eintritt in die US-Armee, um als so genannter Green-Card-Soldat im mittleren Osten zu kämpfen. In den Hauptrollen spielen Johnny Ortiz, Aml Ameen, Darrel Britt Gibson, Michael Harney und Ian Casselberry, die Dreharbeiten fanden in Mexiko und in den USA statt. Produziert wurde „Soy Nero” von der Halleschen Firma Pallas Film in Koproduktion mit Twenty Twenty Vision Filmproduktion, Senorita Films (F), Pimienta Films (MEX) und ZDF/Arte. Neben der MDM erhielt das Projekt Förderung vom Medienboard Berlin-Brandenburg, FFA, Eurimages und CNC-Cinemas du Monde. Neue Visionen Filmverleih wird den Film in die deutschen Kinos bringen.

Der Filmemacher Philip Scheffner ist mit seinem neuen Werk „Havarie” in das 46. Forum der Berlinale eingeladen worden. In dieser Sektion hatte er bereits „The Halfmoon Files” sowie die MDM-geförderten Filme „Der Tag des Spatzen” und „Revision” vorgestellt. In „Havarie” beschäftigt er sich mit der Erfahrung und Erfahrbarmachung von Flucht: Am 14.09.2012 um 14:56 Uhr meldet das Kreuzfahrtschiff „Adventure of the Seas” der spanischen Seenotrettung die Sichtung eines havarierten Schlauchbootes mit 13 Personen an Bord. Aus einem Youtube-Clip und biografischen Szenen entsteht eine Choreografie, in der sich Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft der Reisenden auf dem Mittelmeer spiegeln. „Havarie” wurde produziert von pong Film in Koproduktion mit Worklights Media Production aus Sachsen-Anhalt und Blinker Filmproduktion unter Beteiligung des ZDF in Zusammenarbeit mit Arte. Förderpartner sind die MDM, Film- und Medienstiftung NRW, Medienboard Berlin-Brandenburg, Filmförderung Hamburg Schleswig-Holstein, BKM und DFFF. Real Fiction wird den Film in die Kinos bringen.

Der studierte Fotograf und dffb-Absolvent Axel Koenzen präsentiert nach den Kurzfilmen „Firn” sowie „Max und Wayne” mit „Deadweight” sein Spielfilmdebüt im Berlinale Forum. Darin erzählt er von Ahti Ikonen (Tommi Korpela), einem zuverlässigen, geachteten Kapitän, der das Kommando über ein riesiges Containerschiff hat. Wegen schwerer See liegt er mit seiner Crew um die ehrgeizige rumänische Offizierin Katia (Ema Muntean) ausnahmsweise hinter dem Zeitplan. Entschlossen, den Liefertermin einzuhalten, fällt Ikonen eine Entscheidung, die wenig später zum Tod des philippinischen Matrosen James (Manuelito Acido) führt. „Deadweight” entstand als Koproduktion der Leipziger Firma Rohfilm, Arizona Films (F) und Bufo Films (FIN) in Zusammenarbeit mit WDR/Arte und YLE, gefördert wurde das Projekt von der MDM, Medienboard Berlin-Brandenburg und der Finnish Film Foundation.

In der Sektion Generation KPlus wird mit „Ente gut! Mädchen allein zu Haus” ein Sieger der ersten Runde aus der Initiative „Der besondere Kinderfilm” zu sehen sein. Der hauptsächlich in Halle (Saale) und Leipzig gedrehte Film unter der Regie von Norbert Lechner handelt von einer ungewöhnlichen Mädchenfreundschaft: Die elfjährige Linh und ihre kleine Schwester Tien sind plötzlich auf sich allein gestellt, als ihre Mutter nach Vietnam muss, um sich um die kranke Oma zu kümmern. Doch das darf niemand erfahren – vor allem nicht das Jugendamt. Die selbsternannte Spionin Pauline aus dem Wohnblock gegenüber entdeckt das Geheimnis und droht, die beiden Mädchen zu verraten. Aus der anfänglichen Erpressung wächst bald eine Freundschaft, die jedoch immer wieder auf die Probe gestellt wird. In den Hauptrollen spielen Lynn Dortschack, Linda Phuong Anh Dang, Lisa Bahati Wihstutz, Andreas Schmidt, Lena Stolze und Steffi Kühnert. „Ente gut! Mädchen allein zu Haus” ist eine Produktion von Kevin Lee Film in Zusammenarbeit mit dem MDR, dem BR und dem Ki.KA und wurde von der MDM, FFF Bayern, FFA, BKM und DFFF gefördert.

Mit „Zud” von Marta Minorowicz (Produktion: zero one film und Otter Films in Zusammenarbeit mit MM Films) läuft in der Sektion Generation KPlus zudem ein Projekt, das mit Mitteln des Deutsch-Polnischen Co-Development Fonds entstanden ist.

In der Reihe Lola@Berlinale zeigt das Festival die nominierten Filme für den Deutschen Filmpreis 2016, darunter die von der MDM geförderten Filme „Herbert” von Thomas Stuber, „Heidi” von Alain Gsponer und „Rico, Oskar und das Herzgebreche” von Wolfgang Groos.

Darüber hinaus unterstützt die MDM als Hauptpartner erneut den Berlinale Co-Production Market, der vom 14. bis 16. Februar im Rahmen des EFM-European Film Market stattfindet. In diesem Jahr werden 36 neue Spielfilmprojekte aus 29 Ländern vorgestellt, zusätzlich werden fünf international renommierte Produktionsfirmen im exklusiven Company-Matching-Programm präsentiert. Vor Ort treffen die Produzenten in vorab organisierten Einzelmeetings mit potenziellen Partnern aus dem Teilnehmerpool von 500 ausgewählten Produzenten und Finanziers zusammen.

Während der Filmfestspiele wird die MDM am Info-Stand von Focus Germany, dem Zusammenschluss der deutschen Filmförderer, zu erreichen sein. Der Stand befindet sich auf dem European Film Market im Martin-Gropius-Bau. (Focus Germany, Stand Nr. 17, Telefon: +49 (0) 30 400425413).