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Ringbrandofen Großtreben

  • archaisch und zugleich futuristisch wirkende Architektur

  • Schautafel am Tor

  • Totale

  • Lage an der L114 (Prettiner Straße)

  • leere, ringförmig angeordnete Brennkammern im Ofengewölbe

  • Schürebene zur Befeuerung im Obergeschoss

  • Hebevorrichtung für die Rauchglocken

  • Rundgang um das Ofengewölbe mit umfassendem Holzband

  • hölzerne Umbauung des Ofens

  • Gelände der Putenfarm

  • rechts: ehemalige Trockenschuppen (heute ebenfalls Putenfarm)

  • Toreinfahrt Prettiner Straße


Informationen zum Objekt

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Objektname
Kategoriepfad
Ringbrandofen Großtreben
Bauten für Industrie und Handel » Industrie
Bundesland
Landkreis
Sachsen
Nordsachsen
Adresse Labruner Straße 7
04886 Beilrode OT Großtreben
Ansprechpartner Drehgenehmigung Holger Reinboth
Verein zur Bewahrung und Förderung des ländlichen Raumes Ostelbien im Landkreis Nordsachsen e.V.
Vorstandsvorsitzender
Bahnhofstraße 3c
04886 Beilrode
T: +49 (0) 3421 718290
F: +49 (0) 3421 718290
Ansprechpartner
vor Ort
Holger Reinboth
Verein zur Bewahrung und Förderung des ländlichen Raumes Ostelbien im Landkreis Nordsachsen e.V.
Vorstandsvorsitzender
Bahnhofstraße 3c
04886 Beilrode
T: +49 (0) 3421 718290
F: +49 (0) 3421 718290
Ansprechpartner Technik Holger Bönisch
Parkstraße 3
04886 Beilrode OT Zwethau
T: +49 (0) 3421 716883

In Großtreben steht nach derzeitigem Kenntnisstand der weltweit älteste, vollständig erhaltene Ringbrandofen. Durch den kreisförmig angelegten Brennkanal wird ein kontinuierlicher Ziegelbrand mit einem hohen thermischen Wirkungsgrad ermöglicht. Es ist ein Nachbau des "Hoffmannschen Ringofens" wahrscheinlich unter illegaler Nutzung des Patents von 1858, beauftragt vom Bremer Kaufmann und Pächter des Gutes Großtreben Henry Delius.


am nördlichen Rand von Großtreben, einem Ortsteil des nordsächsischen Beilrode, auf dem Gelände einer ehemaligen Ziegelei, die zur Putenfarm umgenutzt wurde


bis 1971 industrielle Nutzung; technisches Denkmal


2010-2013 Notsicherung; Grundsubstanz baulich gesichert; ständige Erhaltungspflege


Der Ziegelbau umfasst die zwölf Brennkammern, die rund um den mittigen Kamin angeordnet sind und den Brennkanal bilden. Das hölzerne Obergeschoss diente als Befeuerungsebene: Von dort schüttete der Brenner regelmäßig Kohle in die Schürlöcher der gerade befeuerten Kammer. Das Feuer, das von Kammer zu Kammer wanderte, benötigte ein bis zwei Wochen bis der gesamte Brennkanal durchlaufen war. Zur Bauzeit war diese Verfahrenstechnik noch nicht verbreitet. Vermutlich basiert die Bauausführung auf einem illegal verschafften und später noch modifizierten Entwurf. Der bauliche Gesamteindruck ist unausgewogen: Der quadratische, gerade, von Gurtgesimsen unterbrochene Schornstein wirkt aus verfahrenstechnischer Sicht nicht zeitgemäß. Ein runder oder achteckiger, schlanker, sich nach oben verjüngender Kamin entspräche dem damaligen Stand der Technik und dem ästhetischen Trend. Das Ofengewölbe ist von hölzernen Bändern umgeben, die funktional unnötig sind und ebenso als ein Beweis für den fehlenden Lizenzerwerb gelten.


Ingenieursarchitektur


1861-1865


19. Jahrhundert, 21. Jahrhundert


zweckentsprechend; ausführliche Informationen zur Funktionsweise siehe Arbeitsheft 27 des Landesamtes für Denkmalpflege Sachsen: Technische Denkmale in Sachsen (Dresden 2017), Seiten: 62-65


Der Ringbrandofen Großtreben ist der älteste, noch vollständig erhaltene Ziegelringofen Deutschlands, wahrscheinlich sogar der Welt: Das von Friedrich Eduard Hoffmann (1818-1900) nach ihm benannte und 1858 angemeldete Verfahren basiert auf dem Prinzip von zwei hintereinander geschalteten Wärmetauschern, das aber u. a. vom Maurermeister Arnold aus Fürstenwalde bereits beschrieben wurde. Die revolutionäre Verfahrenstechnik führte zu einer Erhöhung der Energieeffizienz um ca. eine Zehnerpotenz bei gleichbleibender Qualität der gebrannten Ziegel. Zeitgleich wurde auch die Handarbeit bei den Arbeitsprozessen vor dem Brennen schrittweise mechanisiert, sodass die Ziegelproduktion sprunghaft ansteigen konnte und Ziegel zu einem Baustoff der Industrialisierung wurden. Damit ist der Ringbrandofen Großtreben ein Zeugnis der Technikgeschichte von überregionaler Bedeutung, das den Übergang vom periodischen zum kontinuierlichen Ziegelbrand veranschaulicht.


Verkehrsanbindung

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Auto Anbindung B87 und B183
A14 - Abfahrt 32-Mutzschen in ca. 60 km Entfernung
A14 - Abfahrt 25-Leipzig-Nord-Ost in ca. 60 km Entfernung
A13 - Abfahrt 8-Duben in ca. 80 km Entfernung
Bahn RB/RE-Anbindung über Bhf. Torgau: Wurzen - Leipzig - Torgau - Cottbus/Hoyerswerda
Flugzeug Leipzig/Halle in ca. 80 km Entfernung
Dresden Klotzsche in ca. 100 km Entfernung
Berlin-Schönefeld bzw. Tegel in ca. 140-150 km Entfernung

Zusatzinformationen

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Dokumente, Experten, Komparsen Tourismusinformation
Übernachtung: https://ostelbien.de/uebernachten
gelistet im Netzwerk Industriekultur der Kulturstiftung des Freistaates Sachsen