Bei den 83. Internationalen Filmfestspielen von Venedig werden drei von der Mitteldeutschen Medienförderung geförderte Projekte im offiziellen Programm ihre Weltpremiere feiern.
Das monumentale Filmprojekt „DAU“ von Ilya Khrzhanovsky erlebt im Wettbewerb seine Weltpremiere. Der Film basiert auf dem Leben sowjetischer Physiker, die die Atombombe entwickelten. Das Drehbuch verfasste der Regisseur zusammen mit Susanne Marian, Vladimir Sorokin und Ilia Permiakov. 1928 bis 1968 in der UdSSR: Der brillante Physiker Dau wird gezwungen, sein Genie in den Dienst des Staates zu stellen und an der tödlichsten Waffe der Geschichte mitzuwirken. Zwischen Macht, Überwachung und einer endlosen Reihe von Affären verliert er zunehmend sich selbst.
„DAU“ ist eine deutsch-französisch-schwedische Koproduktion von Phenomen Berlin (DE), Essential Films (DE), Parisienne de Production (FR), Plattform Produktion (SE), ARTE und dem WDR. Gefördert wurde das Projekt von der MDM, dem Medienboard Berlin-Brandenburg, Eurimages und Swedish Film Institute.
Das historische Biopic „Das Mädchen mit der Leica“ von Alina Marazzi eröffnet in diesem Jahr die Sektion Orizzonti. Der Film ist inspiriert von dem Roman „La ragazza con la Leica“ der deutsch-italienische Schriftstellerin Helena Janeczek. Paris, 14. Juli 1937. Gerda Taro verbringt ihren letzten Tag vor der Rückkehr an die spanische Front mit Robert Capa und den engen Freunden, mit denen sie aus Nazideutschland floh. Während sich Vergangenheit und Gegenwart miteinander verflechten, tauchen die prägenden Momente ihres Lebens wieder auf.
„Das Mädchen mit der Leica“ ist eine italienisch-deutsche Koproduktion von Vivo Film (IT) mit Rai Cinema (IT) und Komplizen Film (DE), ZDF und ARTE in Zusammenarbeit mit Eolo Film Productions (IT) in Koproduktion mit Film i Väst (SE) und Zentropa Sweden. Port au Prince wird den Film in Deutschland ins Kino bringen. Den Weltvertrieb übernimmt Fandango Sales. Neben der MDM wurde das Projekt auf deutscher Seite durch den DFFF - Deutscher Filmförderfonds und Creative Europe Media gefördert. Vor der Kamera standen unter anderem Emilia Schüle, Aaron Altaras und Luna Wedler. Gedreht wurde 2025 auch für neun Tage in Leipzig, Halle (Saale) und Merseburg.
„Library of Dreams“, ein interaktives VR-Erlebnis von Jane Rzheznikova und Alina Mikhaleva, erlebt seine Uraufführung in der Reihe Biennale College Cinema – Immersive Out of Competition. Es basiert auf der Analyse von Träumen, die während politischer Repressionen und Kriegszeiten im Dritten Reich, in der Sowjetunion und im heutigen Russland aufgezeichnet wurden. Aus diesen Träumen entsteht ein alternatives Universum, ein Raum authentischer Emotionen, in dem Träume Zensur überwinden und Schmerz ausdrücken.
Das Projekt ist eine Koproduktion von Less Media Group (GE) und Abduct Media (DE). Gefördert wurde es von der MDM und dem FFF Bayern.
Ebenfalls eingeladen in die Reihe Biennale College Cinema – Immersive Out of Competition wurde die deutsch-französische Koproduktion der Leipziger Actrio Studio „The White Saboteur“ von Barthélemy Antoine-Lœff und Hugo Arcier.
Alle Projekte des VR-Wettbewerbs sind im Rahmen des Venice Immersive Market (3. bis 9. September) auf der Immersive Island (Lazzaretto Vecchio Island) zu sehen.
Für den Venice Gap-Financing Market wurden außerdem die von der MDM geförderten Projekte „La Manche“ von Damian Kocur (Oma Inge Film, MEDIAstart-Jahrgang 2023) sowie „After the Flood“ von Chloé Lee der Leipziger Reynard Films ausgewählt.
Die 83. Internationalen Filmfestspiele von Venedig finden vom 2. bis 12. September 2026 statt.