Hier in der östlichen Altmark befindet sich das wohl bedeutendste Bauwerk nordeutscher Backsteingotik - das spätgotische Rathaus zu Tangermünde. Bis heute frei auf dem Marktplatz stehend und von allen Seiten zu bewundern kann die Errichtung des Rathauses als Höhepunkt bürgerlichen Reichtums und städtischer Entwicklung angesehen werden. Als Erbauer dieses Repräsentationsbaus gilt, durch bauvergleichende Forschung festgestellt, der Stettiner Baumeister Hinrich Brunsberg. Vermutlich wurde das alte Rathaus abgerissen und ein neuer Bau im Stile der Spätgotik aufgebaut. So entstand um 1430 der Ostflügel des heutigen Rathauses. Die Stadt hatte um 1480 eine weitgehende politische Selbstständigkeit erreicht, so wurde eine Erweiterung des Rathauses notwendig. Man fügte zu dieser Zeit an den ersten Bau einen zweiten Teil mit einer Gerichtslaube an. Ursprünglich für die Verwaltung der Stadt erbaut, steht das Gebäude heute vorrangig für repräsentative Zwecke zur Verfügung.
Hinweise zum Dreh
Einschränkungen (zeitlich):
nach Absprache, Veranstaltungen in Tangermünde
Einschränkungen (räumlich):
nach Absprache
Nutzung
Veranstaltungen, Hochzeiten, Museum im Erdgeschoß
Kunsthistorische Baubeschreibung
Der Giebel der Marktseite, der sich 24 Meter hoch in die Luft erhebt, wurde prächtig ausgestattet. Seine Fläche unterteilte man durch vier schlanke Strebepfeiler, die bis über das Dach hinaus aufsteigen. Sie weisen Figurennischen auf, über denen sich aus Ton gebrannte Fialen befinden. Als Schmuck wurden weiterhin grün glasierte Maßwerkfriese angebracht, die schließlich in drei Rosetten enden, welche architektonisch von einzigartigem Reiz sind. Auch das Innere des Gebäudes ist bemerkenswert. Ein gewaltiger achteckiger Mittelpfeiler, der im Keller beginnt und durch alle Stockwerke hindurch aufsteigt, stützt das gesamte Gebäude. Das Erdgeschoss, in dem sich ein alter Kamin befindet, zeigt ein Dreistrahl-Gewölbe, das die Figur eines Sechssternes bildet. Der obere Saal ist reicher ausgestattet und der Mittelpfeiler ist hier stärker profiliert. Von ihm gehen 20 Gewölberippen aus, die die Form eines Zehnsternes bilden, der wiederum in vier kleine Sterne unterteilt ist. Auch dieses Deckengewölbe setzt sich aus Dreistrahl-Feldern zusammen. Um 1480 fügte man an den ersten Bau einen zweiten Teil mit einer Gerichtslaube an. Der Giebel diese Gebäudeteiles zeigt nach Süden. Er weist sechs Pfeiler auf, die durch sogenannte Taubandstäbe, deren Sockel von Fratzenkonsolen gebildet werden, verziert sind. Dazwischen befinden sich Putzblenden. Im Innern zu ebener Erde befindet sich ein kreuzgewölbter Raum, dessen Obergeschoss die Ratsstube mit zwei vierstrahligen Sterngewölben ist, von denen jedes fünf plastisch geformte Abschlusssteine besitzt. Die sechs Wandsäulen sind tauartig gedreht und ebenfalls mit Fratzen verziert. Neben den Fenstern sind vier mit alten Beschlägen versehene Wandschränke eingebaut. Die Fenster selbst sind mit Holzschnitzereien geschmückt, die bereits der frühen Renaissance-Zeit angehören.
Epoche
Gotik
Inneneinrichtung
In der obersten Etage befinden sich der Rathausfestsaal und das Trauzimmer, das Erdgeschoss und die Kellerräume werden als Museum genutzt. Pfeiler und Gewölbestreben des Rathaussaales sind der Backsteingotik entsprechend saniert, die Wände hell gestrichen, der Boden ist mit Steinfliesen befestigt. Die modernen Deckenleuchter und ein Flügel sind die einzige Ausstattung des Saales. Das Trauzimmer wurde in ähnlicher Weise restauriert, einige kleine Teilstücke von Malereien aus dem 19. Jh. wurden dabei sichtbar gemacht. Der Boden besteht aus Holzbohlen, das Interieur ist modern und kann ausgeräumt werden.
Zusätzliche Räumlichkeiten
können nach Absprache zur Verfügung gestellt werden, im Rathaus selbst aber nur begrenzt
Erschließung
Stark- und Normalstromanschlüsse sind vorhanden; eine sehr kleine sanitäre Anlage mit Wasseranschluss befindet sich im Obergeschoss
Informationen zur Zugänglichkeit
Treppen:
Zugang zum Obergeschoss gibt es nur über die Außentreppe mit Gerichtslaube, Treppe ca. 1,80 m breit, Gerichtslaube ca. 2,20 m breit;
eine schmale Steintreppe führt in das Kellergeschoss
Aufzüge:
Parkplätze
Tangerparkplatz: zugelassen für PKW, Busse und Wohnmobile | Hafenparkplatz: zugelassen für PKW, Busse
Genehmigungen öffentlicher Raum:
Frau Fengler | Stadt Tangermünde, Sachgebietsleiterin Ordnung und Sicherheit
Lange Straße 61, 39590 Tangermünde
T: +49 (0) 39322 93259 | F: +49 (0) 39322 93210
fengler@tangermuende.de
Kostüm- und Trachtenwerkstatt Tangermünde:
Jordanstraße 19, 39590 Tangermünde
T: +49 39322 3751
Requisitenverleih:
Sturm Handels GmbH
weitere Linkempfehlungen:
www.landkreis-stendal.de
www.gartentraeume-sachsen-anhalt.de
www.strasse-der-romanik.net
www.sachsen-anhalt-tourismus.de/kultur/strasse-der-romanik
www.sachsen-anhalt-tourismus.de/staedte-regionen
www.elberadweg.de
www.blaues-band.de/elbe/index.php
http://altmark-rundkurs.de
weitere Unterkünfte: www.sachsen-anhalt-tourismus.de
Erfahrungen mit Dreharbeiten
Dreharbeiten in Tangermünde:
"Mit Herz und Holly: Lichtblicke" (AT), Studio.TV.Film GmbH, 2024
"Mit Herz und Holly: Kleine Wunder" (AT), Studio.TV.Film GmbH, 2024
"Mit Herz und Holly: Diagnose Neustart" , Studio.TV.Film GmbH, 2023
"Mit Herz und Holly: Muttergefühle ", Studio.TV.Film GmbH, 2023
"Immenhof - Das Abenteuer eines Sommers", Rich and Famous Overnight Film GmbH & Co. KG, 2018
"Die Kinder meines Bruders", Pro Vobis - Gesellschaft für Film und Fernsehen, 2014
"Besser als nix", NFP Media Rights GmbH & Co. KG , 2012
"Eine Nacht in Monte Carlo", Freistil Film, 2012
"Mann tut was Mann kann", NFP Media Rights GmbH & Co. KG, 2011
"Tango im Schnee", Ziegler Film GmbH & Co. KG, 2008
"Leo - ein fast perfekter Typ", Polyphon Leipzig Film- und Fernseh GmbH, 2006
"Napoleon und die Deutschen", Looks Film & TV GmbH, 2006
"Das Bernsteinamulett", Ziegler Film GmbH & Co. KG, 2003
Filme vor 1990
"Marie Grubbe", DFF - Deutscher Fernsehfunk, 1989
"Immensee", DFF - Deutscher Fernsehfunk, 1989
"Die Beteiligten", DEFA Studio für Spielfilme, 1989
"Die Gänse von Bützow", DEFA Studio für Spielfilme, 1985
"Zauber um Zinnober", DFF - Deutscher Fernsehfunk, 1983
"Johann Sebastian Bachs vergebliche Reise in den Ruhm", DEFA Studio für Spielfilme, 1980
"Die Insel der Silberreiher", DFF - Deutscher Fernsehfunk, 1973
"Rotfuchs", DEFA Studio für Spielfilme, 1973
"Copernicus", DEFA / Filmgruppe „Iluzjon“ Warschau (DDR/Polen), 1972
"Er ging allein", DFF - Deutscher Fernsehfunk, 1966
"Karbid und Sauerampfer", DEFA Studio für Spielfilme, 1963
"Junges Gemüse", DEFA Studio für Spielfilme, 1956
"Das Herz am Rhein", Georg Enders-Film GmbH, 1925
"Die rote Marianne", Elysium-Film Compagnie, 1922
"Maria Tudor", Ellen Richter Film, 1920
→ weitere Informationen: Publikation „Tangermünde – 1000 Jahre Geschichte“, Verlag Janos Stekovics, ISBN 978-3-89923-217-2
Impressionen
Kontakt
Kontakt Drehgenehmigung
Steffen Schilm
Stadt Tangermünde
Bürgermeister
Lange Straße 61
39590 Tangermünde
Kontakt vor Ort
Michael Classe
Stadt Tangermünde
Leiter Amt für Öffentliche Ordnung und Kultur
Lange Straße 61
39590 Tangermünde