Das von weitem einer Festung gleichende Renaissanceschloss Nossen erhebt sich auf einem Felsvorsprung über dem Tal der Freiberger Mulde auf dreieckigem Grundriss. Seine wechselvolle Geschichte – Ritterburg, Bischofs- und Abtsitz, Jadgschloss und Amt – zeigt sich im Bau der Gesamtanlage. Die wesentliche Gestalt erhielt das Schloss in der Mitte des 16. Jahrhunderts. In den heute aufwändig sanierten historischen Räumen des Saalbaus (Westflügel) sind Renaissancedecken und Wandmalereien sowie eine spiralförmige Wendeltreppe zu finden.
siehe auch Location Guide-Eintrag Klosterpark Altzella
Hinweise zum Dreh
Einschränkungen (zeitlich):
Bis auf weiteres bleibt das Schloss Nossen zur musealen Neuausrichtung und baulichen Ertüchtigung geschlossen.
Vorangemeldete Führungen finden statt, auch Räume können gemietet werden.
Dreharbeiten sind trotz Schließung nach Absprache und Sanierungsstand möglich.
Einschränkungen (räumlich):
Nutzung
Wohnungen, Museum; Veranstaltungen, Vermietungen, Trauungen im Kaminzimmer und Kurfürstenzimmer;
Nordfügel (Frohnveste, Rentschreiberei) und Ostflügel (Dechanei) werden als Privatwohnungen genutzt;
Westflügel (Saalbau) ist größenteils öffentlich zugänglich (museale Nutzung);
Südflügel (Amtshauptmannsgebäude / Marstall) wird aktuell saniert und ist danach für eine museale Nutzung zum Thema "Sächsischer Adel" vorgesehen
Kunsthistorische Baubeschreibung
Die Gestalt des mittelalterlichen Vorgängerbaus ist kaum bekannt. Vorhandene Kellergewölbe und Grundmauern der alten Burg wurden beim Schlossbau einbezogen. Seine wesentliche Gestalt erhielt das Schloss Mitte des 16. Jhs. mit dem Bau des Westflügels. Weitere umfangreiche Baumaßnahmen folgten an Süd- und Nordflügel im 17. Jh. Seit 1676 ist die bauliche Grundsubstanz unverändert. Veränderungen im Äußeren betreffen meist Fenster, Türen, Dachdeckung und -form.
Westflügel: Der zweigeschossige Saalbau wurde nach der Säkularisierung der Burg 1554-57 über blankem Fels errichtet. Markant sind seine drei angeschlossenen dreigeschossigen Türme mit Welscher Haube zur Außenseite des Schlosses hin. Der weiß verputzte Bau weist Fenster mit Renaissanceformen und ein Satteldach mit Fledermausgauben auf.
Südflügel: Das Amtshauptmannsgebäude entstand 1628-30 als dreigeschossiger, weiß verputzter Bau mit Satteldach und Fensterfassungen aus Sandstein unter Ezechiel Eckhart. Außenfassade steil abfallend, in den Fels übergehend, die vertikalen Pfeiler beinhalteten ehemalige Toilettenanlagen. An der Hofseite des Gebäudes achteckiger Turm mit Rundbogenportal, Abschluss durch verschieferte und geschweifte Haube.
Nordflügel: Die Frohnveste dürfte zu den noch aus der Klosterzeit stammenden Gebäuden gehören. Die Rentschreiberei wurde vermutlich um 1631 fertig gestellt. Erneuerungen unter der Bauleitung von Wolf Caspar v. Klengel 1659-69: Eine Steinbrücke mit vier Bögen aus Bruchstein führt durch ein schlichtes Rundbogenportal in den Schlosshof. Über dem Tor ragt ein viergeschossiger Torturm mit Mansardenwalmdach auf. Der dreigeschossige, dreiteilige Küchenbau wurde 1669 fertiggestellt. Die zusammenhängenden, zweigeschossigen Gebäude östlich des Tores tragen Satteldächer mit verschiedenen Firsthöhen. 1775 Erneuerung des Torturmdaches durch Johann Friedrich Knöbel.
Ostflügel: Die Dechanei gehört zu den ältesten Gebäuden und kann der Burgzeit zugeordnet werden.
Epoche
Renaissance, Barock
Inneneinrichtung
Westflügel (Saalbau):
KG – ehem. Gefängnis: 5 m tiefes Burgverlies im Südturm, Vorratskeller: Brotgewölbe und Weinkeller;
EG – ehem. Hofstube und Amtsräume, die Räume werden heute für Ausstellungen genutzt, Kreuzgrat- und Tonnengewölbe;
Treppenturm – an der Hofseite, mit spiralförmiger Wendeltreppe aus Sandstein und reich profilierter Spindel, noch in spätgotischer Tradition, überwölbt von einem achtteiligen Sternrippengewölbe;
1. OG – Zugang zum ehem. Großen Saal oder Riesensaal aus dem 16. Jh. über die o. g. Wendeltreppe aus der Renaissance, größere Umbauten durch Nutzungsänderungen besonders im 19. Jh.: der Große Saal wurde in kleinere Räume zu Amts- und Wohnzwecken unterteilt, Decken wurden abgehangen und Wandmalerien überstrichen; in einem Teil des ehem. Großen Saales ist der historische Zustand wieder hergestellt, im heutigen Kaminzimmer betrifft das u.a. die frühbarocken Ausmalungen sowie die originalen Renaissance-Holzdecken. Das ehem. kurfürstlichen Schlafgemach beherbergt jetzt eine Präsenzbibliothek mit über 1600 historischen Bänden und ist für Forschungszwecke zugänglich;
2. OG – ehem. Prinzengemächer
Zusätzliche Räumlichkeiten
nach Absprache möglich, Grundrisse und Besichtigung über die Schlossverwaltung
Erschließung
Stark- und Normalstrom; Besuchertoiletten vorhanden
Informationen zur Zugänglichkeit
Treppen:
Wendeltreppe am Saalbau ca. 1,10 m breit und ca. 3 m hoch
Aufzüge:
keine Aufzüge vorhanden
Parkplätze
nach Absprache; 10 Pkw im Wallgrabenbereich; für Schlosshof Zufahrtsbeschränkung durch Toreinfahrt, daher nicht für Lkw zugelassen, max. Transporter bis 2,20 m Höhe
Fachbibliothek historischer Schriften zum Kloster im Sächsischen Staatsarchiv Leipzig;
Schlossverwaltung vermittelt auch Experten zur Schlossgeschichte;
weiterführende Literatur:
Peter Wunderwald: Schloss Nossen (Der Historische Ort; Nr. 85), Berlin 2000 (ISBN 3-931121-84-4)
Erfahrungen mit Dreharbeiten
siehe Location Guide-Eintrag Klosterpark Altzella
Impressionen
Kontakt
Kontakt Drehgenehmigung
Ina Schumann
Staatliche Schlösser, Burgen und Gärten Sachsen gGmbH | Schloss Nossen
Leiterin Schloss Nossen & Klosterpark Altzella
Am Schloss 3
01683 Nossen