Villa Thumann ist eine sanierte neogotische Fabrikantenvilla um 1900 mit markanter Fassade und teils orginal erhaltenen, historischen Räumen in der Bel Etage und großer, zeitgemäß eingerichteter Wohnung im sanierten Obergeschoss. Das Objekt befindet sich in ruhiger Lage im Norden der Stadt und bietet auch im Außenbereich authentisch großbürgerliches Ambiente. Durch die Lage auf einem Felsen mit hohem Eckturm, allseitiger Zinnenbekrönung, Erker, Balkonen, Loggien, Porphyrsockel und reich gegliederter Fassade besitzt das Gebäude eine außergewöhnlich starke Außenwirkung – zwischen großbürgerlicher Villa, romantischer Burgarchitektur und filmischem „Castle Look“. Insgesamt stehen rund 800 m² Innenfläche sowie ein ca. 2.000 m² großes Außenareal zur Verfügung. Die Villa ist für die Umsetzung von Dreharbeiten zu historischen als auch zeitgenössischen Stoffen gleichermaßen empfehlenswert. Dreharbeiten sind willkommen und werden gern unterstützt. → Stadtschloss Halle (ehem. Villa Thumann), Beletage
Hinweise zum Dreh
Denkmalgeschütztes Gebäude mit historischen Oberflächen, Parkett, Holzvertäfelungen, Stuck, Bleiglas, originalen Einbauten und teilweise historischen Bodenfliesen. Schutzmaßnahmen für Böden, Treppen, Wände, Möbel und Einbauten sind bei Drehs einzuplanen. Kleben, Bohren, Hängen, Rigging, Nebel, Rauch, Feuer, Wasser, Umbauten und größere Dekorationen nur nach vorheriger Abstimmung. Sonst nach Absprache.
Nutzung
Film, - Foto- und Eventobjekt
Kunsthistorische Baubeschreibung
In der Stadt Halle (Saale) einzigartige, straßenbildprägende, freistehende, viergeschossige Unternehmervilla über Porphyrsockel mit hohem Eckturm, allseitiger Zinnenbekrönung und aufwendiger Bauzier in spätgotischen Formen auf großem Grundstück. Die großzügige Innengestaltung verbindet reiche historische Ausstattung in Formen der Neugotik mit Elementen des Jugendstils und des Art déco. Zur Anlage gehört eine an der Straße gelegene, ebenfalls neugotisch gestaltete Remise. Das Stadtschloss Halle gilt als das aufwändigste neugotische Unternehmerschloss der Händelstadt und als das einzige noch erhaltene Beispiel für den romantischen Burgenstil der Stadt. Erbaut on Fritz Schönemann und Günther Schwarz 1899–1901. Bauzeitlich erhaltene Bel Etage, zeitgemäß saniertes Ober- und Dachgeschoss.
(Quelle: Auszug „Denkmalverzeichnis der Stadt Halle“)
Das Stadtschloss Halle gilt als aufwändigstes neugotisches Unternehmerschloss der Händelstadt und einziges noch erhaltenes Beispiel für den romantischen Burgenstil. Die Fassade entfaltet nahezu das gesamte Repertoire neugotischer Fassadengestaltung. Über dem Porphyrsockel erhebt sich ein hochragender, unregelmäßig gegliederter Putzbau mit Turmerker, Risaliten, Loggien, Terrassen, verschieden geformten Erkern und einer allseitigen Zinnenbekrönung. Spitzbogen, Segmentbogen und Rundbogen wechseln einander ab; Wimperge, Fialen, Kreuzblumen, Dreipass- und Vierpassformen überziehen den Bau mit einer beinahe kathedralhaften Ornamentik. Friesartiger Bauschmuck trennt und akzentuiert die Geschosse, während schlanke Säulen, Tabernakel und aufstrebende Fialen den vertikalen Zug der Gotik aufnehmen und in ihrer Wirkung an gotische Kathedralen erinnern. Sie sind weniger funktionales Bauteil als Zeichen einer Architektur, die Höhe, Rang und Transzendenz behauptet.
Bemerkenswert ist dabei die Konsequenz der Gestaltung. Selbst Brüstungen, Zinnen und Dachzonen sind mit Blendgliederungen und Dreipassformen ornamental durchgebildet. Vom Souterrain bis zum Dachgeschoss wurde mit höchstem gestalterischem Aufwand nahezu alles aufgeboten, was der gotische Stil an Formen bereithält. Auch das Innere folgt dieser Dramaturgie. Vom Haupteingangsportal an der Nordostseite gelangt man über eine gewölbte Eingangshalle und eine kreuzgratüberwölbte Vorhalle in die opulente Treppenhalle mit Spiegeldecke, dunkler Holzvertäfelung und reich geschnitztem Geländer. Ein großartiges farbiges Bleiglasfenster mit Maßwerk- und Dreipassformen spendet Licht und setzt die neugotische Formensprache im Inneren fort. Dem gegenüber steht ein renaissancehaft gestalteter Marmorkamin; weitere Räume zeigen Stuckdecken mit Rocaillen, feine Linien des Jugendstils, Kassettierungen, Holzvertäfelungen und reiches Schnitzwerk. Besonders das ehemalige Speisezimmer mit seiner Feldvertäfelung und pflanzlichen Schnitzereien sowie das Herrenzimmer mit Wurzelholzdekor verweisen auf den Anspruch, nicht nur Räume zu schaffen, sondern gesellschaftliche Wirkung.
Zur Gesamtwirkung gehört zudem die Remise, die in Material, Form und Fassadensprache mit dem Haupthaus korrespondiert und wie eine vorgelagerte Vorburg wirkt - ein geschlossenes historistisches Ensemble. Das Stadtschloss Halle ist damit eines der eindrucksvollsten Zeugnisse großbürgerlicher Baukultur um 1900 in der Saalestadt, ein gebautes Machtbild des Industriezeitalters, Höhepunkt hallescher Villenarchitektur und eine der seltenen Anlagen, in denen romantischer Burgenstil, technische Moderne und bürgerlicher Repräsentationswille so kompromisslos zusammenfinden.
(Quelle: Auszug „Historische Villen in Halle“)
Epoche
Historismus, Jahrhundertwende, Jugendstil, Neogotik
Inneneinrichtung
Stuckverzierter Haupteingang, historischer Garderobenbereich, Nebenraum
Obergeschosse / 2. und 3. Etage: 250 bis 300 m², mit separaten Eingängen, begehbarer Glassteg, großzügigen, meist offenen Räumen, Turm mit zwei Ebenen Glasfußboden, Bibliothek (ca. 6.000 Büchern, darunter ca. 1.000 historische Ausgaben), Stutzflügel, großer Küche, nach oben offenes Badezimmer (Deckenhöhe 7 Meter), Faltwerktreppe, weiterer Treppenaufgang, zinnen-eingefasster Dachterrasse (ca. 40 m²), komplett eingerichtet. Beweglichkeit vorhandener Möbel, Instrumente, Bücher, Kunstwerke und historischer Einbauten nach Absprache.
Zusätzliche Räumlichkeiten
Aufenthalts- und Nebenräume für Maske, Kostüm, Garderobe, Produktion, Catering und Lager nach Absprache vorhanden. Im Souterrain stehen mehrere Räume unterschiedlicher Größe zur Verfügung. Die Remise kann je nach Verfügbarkeit zusätzlich für Produktion, Aufenthalt, Werkstatt/Lager oder ggf. Übernachtung genutzt werden.
Erschließung
Heizung, Strom, Öko-Strom, Normalstrom und Kraftstrom, Solaranlage, Wasser, Aussenwasseranschlüsse und sanitäre Einrichtungen vorhanden. Details zu Stromlast, Kraftstromanschlüssen, Außenstrom, Wasseranschlüssen, WLAN/Mobilfunk und Nutzung durch Produktion auf Anfrage.
Informationen zur Zugänglichkeit
Treppen:
Außentreppen plus stufenloser Weg zum Hauseingang und kleiner Terrasse;
Außentreppe zum Nebeneingang
Innentreppe zum Foyer;
großes Treppenhaus zur 2. Etage; Holz
Faltwerktreppe (Holz) innerhalb Filmwohnung)
separater Treppenaufgang (Holz) Dachgeschoss zur 2. Etage Filmwohnung
gegabelte Innentreppen (Stein) zum Souterrain
Parkplätze
Zwei bis vier Parkplätze auf dem Hof der Remise, bis zu sechs weitere Stellplätze auf dem Außenareal nach Absprache; zusätzliche öffentliche Stellflächen in der Straße bzw. im Umfeld. Lade- und Haltemöglichkeiten für Sprinter/Transporter, größere Fahrzeuge, Technikfahrzeuge und Basecamp-Flächen möglich, müssen produktionsbezogen vorab abgestimmt werden.
Zufahrt über ruhige Wohnstraße; Anlieferung, Ladezeiten, Transportwege ins Haus, Nutzung des Außenareals, Abstellen von Technikfahrzeugen, Generatoren und größeren Fahrzeugen nach Absprache. Stufenloser Weg zum Hauseingang und kleiner Terrasse vorhanden; weitere Bereiche über Treppen erschlossen.
Erfahrungen mit Dreharbeiten
vorhanden
Lage
Stadtschloss Halle (ehem. Villa Thumann), Obergeschoss
Kurallee 8
06114 Halle (Saale)
Impressionen
Kontakt
Stadtschloss Halle (ehem. Villa Thumann), Obergeschoss
Kurallee 8
06114 Halle (Saale)