Internationale Auszeichnungen, mehr MDM-geförderte Drehtage als in den Vorjahren, jede zweite Förderung für den Nachwuchs und ein starker Start der Games- und XR-Richtlinie prägten das Förderjahr 2025.
Über 20,3 Millionen Euro bewilligte der Vergabeausschuss der Mitteldeutschen Medienförderung im Jahr 2025 für die Entwicklung, Produktion und Auswertung von insgesamt 194 Film- und Medienprojekten. Im Gegenzug sind mehr als 39 Millionen Euro in den mitteldeutschen Wirtschaftskreislauf geflossen. Etwa 15 Millionen Euro entfielen auf die Produktion von 64 Filmen, Serien und Games. Neben nationalen Projekten standen auch 2025 internationale Koproduktionen und Nachwuchsvorhaben im Fokus. Hinzu kam die neue Games- und XR-Richtlinie, die bereits im ersten Jahr ihre Wirkung zeigte.
MDM-Geschäftsführer André Naumann: „2025 war für die Film- und Medienbranche kein leichtes Jahr: Sender und Streaming-Plattformen sparen, die Herstellungskosten sind spürbar gestiegen, und die bundesweite Förderreform ist noch nicht vollständig umgesetzt. Regionale Förderung ist als verlässlicher Partner deshalb wichtiger denn je. Das zeigt sich in einer außergewöhnlich hohen Nachfrage: Beantragt wurden Mittel in Höhe von 30,2 Millionen Euro. Film- und Medienförderung ist Wirtschaftsförderung, Kulturpolitik und Standortarbeit zugleich. Damit wir diese Verlässlichkeit auch künftig bieten können, muss unsere finanzielle Ausstattung erhalten bleiben.“
Geförderte Projekte 2025: Große Namen, regionale Produktionen und starke weibliche Beteiligung
Auch 2025 förderte die MDM hochkarätige nationale und internationale Produktionen. Andreas Dresen drehte „Alte Liebe“ mit Dagmar Manzel und Joachim Król in Leipzig, Volker Schlöndorff verfilmte Jenny Erpenbecks Bestseller „Heimsuchung“, und Paweł Pawlikowski machte mit „Vaterland“ unter anderem in Görlitz und Weimar Station, mit Sandra Hüller, August Diehl, Devid Striesow und Hanns Zischler vor der Kamera. David Wnendt drehte die Science-Fiction-Verfilmung „ATHOS 2643“ an Originalschauplätzen in Sachsen-Anhalt, Sachsen und Thüringen. Das episodische Drama „Each of us“ mit Diane Kruger, das die vier europäischen Regisseurinnen Anne Zohra Berrached (Deutschland), Neus Ballús (Spanien), Stina Werenfels (Schweiz) und Anna Jadowska (Polen) gemeinsam umsetzen, entstand 2025 unter anderem in Halle (Saale). Die italienische Regisseurin Alina Marazzi kam für ihr Biopic „Das Mädchen mit der Leica“ nach Leipzig. Auch viele namhafte Projekte entstehen unter Beteiligung mitteldeutscher Produktionsfirmen, zum Beispiel „Heimsuchung“ bei der Erfurter Mideu Films, „Sind so kleine Hände“ von Anne Zohra Berrached mit der Weimarer Rebelle Film sowie „Meine Frau weint“ von Angela Schanelec mit der Magdeburger Blue Monticola Film. Weibliches Filmschaffen war dabei stark vertreten: Rund 60 Prozent der geförderten Projekte in Produktion und Entwicklung entstanden unter Beteiligung einer Produzentin, 61 Prozent unter Beteiligung einer Autorin.
Schwerpunkt Nachwuchs
Jede zweite Förderung in Produktion, Projekt-, Stoff- und Konzeptentwicklung ging 2025 an ein Nachwuchsvorhaben: 58 von 115 Förderungen mit einem Volumen von über 6 Millionen Euro. Darunter sind zum Beispiel „MALA“, das Spielfilmdebüt der Leipziger Regisseurin Lou Wildemann, sowie „Und keiner geht hin“ (AT) von Oliver Grüttner, ein Film, der im Programm Fifty-Fifty von MDM und ZDF/Das kleine Fernsehspiel entsteht. Im gemeinsam mit dem MDR getragenen Programm FOKUS sind die ersten Filme entstanden, etwa „Karo Dame, Herz König“ von Susann Frömmer und die Tragikomödie „Der große Zusammenbruch“ von Tilman König. Mit KEY FRAMES starteten MDM und MDR im Oktober 2025 ein weiteres Programm für kurze Animationsfilme, die ausgewählten Projekte sind inzwischen in der ARD Mediathek zu sehen. Beim 21. Nachwuchstag KONTAKT im August in Halle (Saale) präsentierten 15 mitteldeutsche Talente ihre Konzepte vor rund 170 Anwesenden, und mit einer neuen Koordinierungsstelle bündelt die MDM seit 2025 ihre Aktivitäten für Nachwuchs und Fachkräfte.
Preisgekrönt und international gefragt
Von der MDM unterstützte Filme waren 2025 auf den wichtigsten Festivals der Welt zu sehen, besonders erfolgreich waren dabei Produktionen aus Mitteldeutschland. „In die Sonne schauen“ von Mascha Schilinski, vollständig in der Altmark gedreht, gewann in Cannes den Preis der Jury, wurde deutscher Oscar®-Beitrag und schaffte es auf die Shortlist. Ebenfalls in Cannes erhielt „Zwei Staatsanwälte“ von Sergei Loznitsa, eine Produktion der Leipziger LOOKS Film & TV, den Prix François Chalais. In Locarno feierten „Sehnsucht in Sangerhausen“, eine Produktion der Magdeburger Blue Monticola Film, und „White Snail“, eine Koproduktion der Leipziger Ma.ja.de. Fiction, ihre Weltpremiere. „White Snail“ lief im Wettbewerb und wurde mit dem Spezialpreis der Jury ausgezeichnet. In Venedig gewann „A Sad and Beautiful World“, eine Koproduktion der Leipziger Reynard Films, den Publikumspreis der Giornate degli Autori. Im November erhielt die Animadok-Serie „Auf Fritzis Spuren“, eine Produktion der Dresdner Balance Film, einen International Emmy®. Auch an den Kinokassen waren MDM-geförderte Produktionen erfolgreich: „Die Schule der magischen Tiere 4“ erreichte nach vier Wochen zwei Millionen Zuschauerinnen und Zuschauer.
Erfolg für die neue Games- und XR-Richtlinie
Mit der am 1. Januar 2025 in Kraft getretenen Games- und XR-Richtlinie fördert die MDM Games- und XR-Projekte über den gesamten Entstehungsprozess, von der Konzeptentwicklung mit bis zu 30.000 Euro bis zur Produktion mit bis zu 600.000 Euro. Schon im ersten Jahr stieg das Fördervolumen in diesem Bereich um 81 Prozent von 630.000 auf 1.140.000 Euro, 15 Projekte wurden gefördert. Im August präsentierte sich die MDM zum zweiten Mal in Folge auf der Gamescom in Köln, gemeinsam mit fünf Studios aus der Region.
Gefragte Drehorte: Höchstwerte bei Produktionen und geförderten Drehtagen
Insgesamt 1.663 Drehtage fanden 2025 in den drei mitteldeutschen Bundesländern statt, verteilt auf 74 Produktionen, so viele wie in keinem der beiden Vorjahre. Auf MDM-geförderte Vorhaben entfielen 431 Drehtage, ebenfalls der höchste Wert der vergangenen drei Jahre. Eine detaillierte Übersicht über die 2025 realisierten Produktionen bietet der Drehreport der MDM Film Commission.
Standort und Kinos
Um die Filmtheater in der Region zu stärken, vergab die MDM am 23. September im Rahmen der 25. Filmkunstmesse Leipzig die Kinoprogrammpreise Mitteldeutschland. Insgesamt 300.000 Euro gingen an 23 gewerblich betriebene Kinos sowie sieben alternative Abspielstätten in Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen, die Hauptpreise erhielten das Zentralkino Dresden und das Kino mon ami in Weimar. Im Dezember fand zudem erstmals die TeleVisionale in Weimar statt, bei der die MDM zwei neue Preise stiftete: den MDM Filmgewerkepreis und den MDM Debütpreis.
Gründerinitiative MEDIAstart
Mit ihrer 2021 gestarteten Gründerinitiative MEDIAstart entwickelt die MDM den Medienstandort nachhaltig weiter. Ende 2025 beschloss der Aufsichtsrat, MEDIAstart zu verstetigen und damit dauerhaft im Förderangebot zu verankern. Für den fünften Jahrgang wurden dank zusätzlicher Sondermittel des Freistaats Sachsen erstmals zwölf statt zehn junge Unternehmen aufgenommen: die 2Könige Film GmbH (Leipzig), die Colourgraphie GmbH (Erfurt), die DramaCare GmbH (Leipzig), Erotivity (Hoy & Wagner GbR, Jena), die Gelbe Katze auf Schwarz GbR (Magdeburg), The Hidden Institute GbR (Leipzig), die Inclusive Gaming GmbH (Leipzig), die Juliane Heinemann UG (Werben/Elbe), die kinferno UG (Weimar), die Paper Plane Animation GbR (Weimar), die PARA Film GbR (Leipzig) sowie die Studio Animauz GbR (Dresden).
Zahlreiche weitere Informationen zum Förderjahr finden Sie im Jahresrückblick 2025.