Im Zuge der Ansiedlung von Arbeitskräften in der Nähe der Chemiestandorte Buna-Schkopau und Leuna wurde Halle Neustadt ab 1964 als sozialistischen Wohnstadt erbaut. Die Großplattensiedlung war zunächst großstädtisch geplant und zu Baubeginn mit üppiger Begrünung und Kunst am Bau gestaltet worden. Unter den Auflagen des DDR-Wohnungsbauprogramms wurden spätere Wohnkomplexe jedoch deutlich enger gebaut. Hauptachse des Stadtteils ist bis heute die Magistrale, wesentliche Verbindung von Alt- zur Neustadt und zudem strukturelles Element für die Wohnkomplexe und das Stadtzentrum. Heute lässt sich Halle-Neustadt in drei wesentliche Bereiche gliedern: die nördliche Neustadt mit Tulpenbrunnen und Neustädter Passage, die südliche Neustadt mit „Block 10“ und dem Stadtteilzentrum „Am Gastronom“ sowie die westliche Neustadt mit Endpunkt der Magistrale und Anbindung an das alte Dorf Nietleben.
Die südliche Neustadt zeigt ganz unterschiedliche Wohnkomplexe zwischen Eislebener Chaussee, Hettstedter Straße und Magistrale. Die Sanierung ist hier weniger vorangeschritten, gepflegte Wohnkomplexe stehen neben für Abriss oder Sanierung leergezogenen Plattenbauten, es ergibt sich ein kontrastreiches Bild vom Wandel der Neustadt. Hervorzuheben sind der zentrale Platz “Am Treff“ mit seiner grünen Anbindung an die Magistrale sowie das Gebiet „Am Gastronom“ mit dem 380 Meter langen, 11-geschossigen Wohnblock „Block 10“. Dieser ist das größte je in der DDR erbaute Wohnhaus. Besonderes Augenmerk liegt hier zudem auf dem „Zollrain“, einer Zufahrtsstraße entlang der S-Bahnlinie. Sie führt durch die Plattenbaukomplexe direkt auf die Neustädter Passage und das erst 1989 errichtete „Neustädter Rathaus“ zu und bietet dem Betrachter eine bemerkenswert großstädtische Sicht auf das Neustädter Zentrum. Weitere Bilder sind unter "Halle-Neustadt, nördliche Neustadt" und "Halle-Neustadt, westliche Neustadt" zu finden.
Hinweise zum Dreh
Je nach Standort Absprache mit den örtlichen Wohnungsbaugesellschaften notwendig. Informationen zu Drehgenehmigungen im öffentlichen Raum → siehe Filmstadt Halle (Saale).
Nutzung
Stadtteil mit überwiegender Wohnraumnutzung
Kunsthistorische Baubeschreibung
Halle-Neustadt ist eine Großplattensiedlung im Sinne der sozialistischen Planstadt, deren Aufbau 1964 begann. Basis sind die industrielle Plattenbauweise mit Wohnungstypen von Q6 bis WBS 70, deren Grundidee auf Konzepten zur "Wohnung für das Existenzminimum" aus den 1920er Jahren basiert sowie überwiegend öffentlicher Freiraum im Sinne des Zusammengehörigkeitsgefühls "sozialistischer Lebensweise". In der Zeit von 1964-1974 entstanden die Wohnkomplexe WK I bis WK IV, später folgten wegen stark ansteigender Einwohnerzahlen das Wohngebiet "Gimritzer Damm", WK V und WK VI sowie der Wohnkomplex "Südpark". Die Stadt ist West-Ost ausgerichtet, die innerstädtische Schnellstraße "An der Magistrale" ist als Hauptachse zu verstehen. Markante "Scheiben"-Hochhäuser sind als Kontrapunkt zur halleschen Altstadt gesetzt, auch in bewusstem Gegenspiel zu den fünf Türmen des Marktplatzes der Altstadt. Im wesentlichen bestehen die Wohnkomplexe aus 1-3 geschossigen Gesellschaftsbauten, 5-geschossigen Wohnbauten sowie 10-11 geschossigen Hochhäusern. Die Hochhäuser markieren vor allem die Hauptverkehrsadern und Grenzen der Wohnkomplexe, bis heute lässt sich daraus gut die ursprünglich geplante Struktur der Großplattensiedlung ablesen. Besonderes Augenmerk verdient auch das für Fußgänger angelegte Wege- und Grünsystem, mit dem die Hauptverkehrsstraßen verbunden sind. Die Planung für Halle-Neustadt bezog auch die Saaleaue "Peißnitzinsel" mit ein, hier existieren bis heute erhalten noch die Freilichtbühne, ein Verkehrsgarten und die ehemalige "Pioniereisenbahn".
Epoche
Nachkriegsarchitektur, Industrielle Plattenbauweise
Zusätzliche Räumlichkeiten
Für zusätzliche Räume können die ortsansässigen Wohnungsbaugesellschaften angefragt werden, insbesondere die Hallesche Wohnungsgesellschaft, der Bauverein Halle-Leuna, die Halle-Neustädter Wohnungsgenossenschaft, die IWG Halle sowie die GWG Halle Neustadt bieten hier Vermietungen an. → weitere Informationen
Erschließung
Die Anbindung an Strom, Wasser und sanitäre Anlagen kann ebenfalls über die ortsansässigen Wohnungsbaugesellschaften oder aber bei Frau Cech (siehe oben) angefragt werden.
Parkplätze
Ansprechpartner für Straßensperrungen, Parkplätze usw., siehe → Filmstadt Halle (Saale)
Weitere Bilder u.a zu Kunst im öffentlichen Raum mit Hintergrundinformationen und Kartenverortung sind unter www.halle-im-bild.de zu finden.
Erfahrungen mit Dreharbeiten
weitere Dreharbeiten in Halle (Saale), Auswahl:
Der geteilte Himmel, DEFA, 1964
MDR Polizeiruf 110 – Die falsche Sonja, 1997
Die Stille nach dem Schuss, Babelsberg Film GmbH, 1999
Schussangst, Tatfilm GmbH, 2002
Hallesche Kometen, Flying Moon Filmproduktion GmbH, 2003
MDR Polizeiruf 110 – Die Tote aus der Saale, 2005
MDR Polizeiruf 110 – Tod im Ballhaus, 2006
Liebeslied, Flying Moon Filmproduktion GmbH, 2007
Die Welt ist groß und Rettung lauert überall, PALLAS Film GmbH, 2007
Ein Teil von mir, Tatfilm Produktionsgesellschaft GmbH, 2007
10 Sekunden, moneypenny filmproduktion GmbH, 2007
Ganz nah bei Dir, Riva Filmproduktion GmbH, 2007
Schwerkraft, Frisbeefilms GmbH und Co.KG, 2008
Barockstar - G.F. Händel, RM Arts GmbH, 2008
Marieke, Marieke, PALLAS Film GmbH, Sophimages, 2009
Liebe Mauer, Relevant Film GmbH, 2009
Boxhagener Platz, Claussen+Wöbke+Putz Filmproduktion GmbH, 2009
Fernes Land, Neufilm, 2010
Das System, Frisbeefilms GmbH & Co. KG, 2010
Unsere Mütter, unsere Väter; teamWorx Television & Film GmbH, 2011
Eltern, Kundschafter Filmproduktion GmbH, 2012
Wir waren Könige, Walker+Worm Film GmbH & Co. KG, 2012
Stereo, Frisbeefilms GmbH & Co. KG, Kaissar Film GmbH & Co. KG, 2013
Dessau Dancers, Boogiefilm, 2013
Als wir träumten, Rommel Film e.K, 2013
Zorn - Tod und Regen, filmkombinat Nordost GmbH & Co. KG, 2013
Vor der Morgenröte, X Filme Creative Pool GmbH, 2015
24 Wochen, zero one Film GmbH, 2015
Tschick, Lago Film GmbH, 2015
Timm Thaler, Constantin Film Produktion GmbH, 2015
Touch me not, Rohfilm Productions GmbH, 2016
Bauhaus Einhundert, Filmtank GmbH, Hamburg, 2017
Elefanten wachsen schnell, Weydemann Bros. GmbH, 2017
Gundermann, PANDORA Filmproduktionsgesellschaft mbH, 2017
In aller Freundschaft – Die Krankenschwestern, Saxonia Media, 2018
UK1, Saxonia Media, 2019
Mitra, IGC Films GmbH, 2019
Leidenschaft und Pflicht und Liebe, accentus music GmbH, 2019
Deutschland 89, UFA Fiction GmbH, 2019
Bilderkriegerin, Avanga Filmproduktion GmbH, 2020
MDR Polizeiruf 110: An der Saale hellem Strande, filmpool fiction GmbH, 42film GmbH, 2020
Alfons Zitterbackes chaotische Klassenfahrt, X Filme Creative Pool GmbH, 2021
Die stillen Trabanten, Sommerhaus Filmproduktion GmbH, 2021
More than Strangers, Pallas Film GmbH, 2022
King‘s Land, Zentropa Berlin GmbH, 2022
Wer wir sind, VIAFILM GmbH & Co. KG, 2022
Die Abenteuer der Lausitzerin Wilma, Ma.ja.de. Fiction GmbH, 2023
Im Rosengarten, Neufilm GmbH, 2023
Treasure, Seven Elephants GmbH, 2023
Sieger sein, DCM Pictures GmbH, 2023
Blutige Anfänger | Folgen 49 – 60, Studio-TV-Film GmbH, 2023
MDR Polizeiruf 110: Der Dicke liebt, filmpool fiction GmbH, 2023
Allein zwischen den Fronten, Rowboat Film- und Fernsehproduktion GmbH, 2023
Die Schule der magischen Tiere 4, Kordes & Kordes Film Süd GmbH, 2024
Oderbruch 2, Syrreal Dogs GmbH, 2024
Der Held vom Bahnhof Friedrichstraße, X-Filme Creative Pool GmbH, 2024
MDR Polizeiruf 110: Der Wanderer zieht von dannen, filmpool fiction GmbH, 42film GmbH, 2025
Each of us , Bon Voyage Films GmbH, 2025
Das Mädchen mit der Leica, Komplizen Film GmbH, 2025
Wo die Zukunft einst begann (AT), Sohalski GmbH, 2026
Kurt Masur. Gegen den Strom, schmidtFilm, 2026
Impressionen
Kontakt
Kontakt Drehgenehmigung
Sandra Cech
Stadt Halle (Saale)
Fachbereich Wirtschaft, Wissenschaft und Digitalisierung
Team Gewerbeflächenentwicklung/Ansiedlungsservice
Marktplatz 1
06100 Halle (Saale)