Sein Haus des Volkes hat Probstzella Franz Itting zu verdanken. Der Unternehmer und überzeugte Sozialdemokrat ließ das Haus in den 1920er Jahren von Bauhaus Architekt Alfred Arndt errichten. Es wurde zum kulturellen Mittelpunkt der Region mit Kino, Theater- und Konzertgastspielen sowie mit Hotel- und Kurbetrieb. Während der DDR konnten sich hier vor allem Grenzsoldaten amüsieren. Seit 2003 ist der monumentale Bau wieder in Privatbesitz und wurde im Sinne des Bauhaus-Gedankens restauriert.
Hinweise zum Dreh
Einschränkungen (zeitlich):
in Abstimmung mit den Veranstaltungen
Einschränkungen (räumlich):
in Abstimmung mit den Veranstaltungen
Nutzung
Veranstaltungen, Restaurant, Hotel, Bowling
Kunsthistorische Baubeschreibung
Unternehmer Franz Itting gab das Haus des Volkes 1925 in Auftrag. Ursprünglich war der Saalfelder Architekten Hermann Klapprodt mit der Planung betraut. Er entwarf ein Gebäude in traditionellen Formen mit Walmdach, Laterne, vorgestuftem Mittelrisalit und einer Pilasterordnung. Durch einen seiner Söhne ließ sich Itting für die Ideen des Bauhaus begeistern. Er engagierte Bauhausmeister Alfred Arndt als Architekten, als der Rohbau bereits stand. Klapprodt wurde abgefunden, Arndt führte den Bau weiter und modernisierte ihn entsprechend der Formensprache des Bauhaus. Eingeweiht wurde der Bau am 1. Mai 1927. Das Haus des Volkes fügt sich trotz seiner Größe organisch in den Ort ein. Es liegt hinter einer Häuserzeile gegenüber vom Bahnhof. Durch die Hanglage des Baus ergeben sich verschiedene Geschoßhöhen.
Der mittlere Teil der Fassade wird durch schlanke, durchlaufende Betonstreben gegliedert. Dieses Element wird im Dachturm wiederaufgenommen. Zur Straße hin akzentuiert linksseitig ein halbrunder Erker den Bau. Zudem ist die Fassade durch die mehrsprossigen Fenster unterteilt. Gekrönt wird der massive Bau von einem verschieferten Walmdach mit Dachturm und kleinen Dreiecksgauben.
An der Nord-West-Seite führt eine Außentreppe zum oberen Eingang. Auf der gegenüberliegenden Seite befindet sich ein Anbau, der vollständig auf Arndt zurückgeht: Der Blaue Saal und der Café-Pavillon. Der Pavillon ist ein zweigeschossiger, auf Stahlbetonskelett über den Hang hinausgeschobener abgestufter Flachbau. Seine Wände sind weitgehend in große Glasflächen aufgelöst. Vom Obergeschoss ist das Flachdach als Terrasse begehbar. Der Pavillon ist heute wieder in seiner Originalfassung erlebbar.
Neben dem Café-Pavillon befindet sich die Sonnenterrasse. Sie bietet ca. 70 Besuchern Platz und einen wunderbaren Blick über das Loquitztal. Die Pergola geht auf Zeichnungen Arndts zurück. Die Parkanlage im Nordosten mit Kiosk und Konzertmuschel gehört zum Komplex und steht mit unter Denkmalschutz.
Epoche
Klassische Moderne, Bauhaus/Neue Sachlichkeit
Inneneinrichtung
Im Gegensatz zu den Vorgaben entsprechend dem Klapprodtschen Rohbau waren Arndt bei der Innengestaltung keine Grenzen gesetzt. Hier konnte er seine Ideen verwirklichen.
Der imposanteste Raum ist der Rote Saal. Er war ursprünglich für 1000 Personen konzipiert. In den 70er Jahren wurde eine Holzdecke eingebaut. Durch die farbliche Rekonstruktion läßt sich der ursprüngliche Entwurf wieder erkennen. Damals wie heute finden hier Veranstaltungen statt.
Der Blaue Saal, der heute als Restaurant genutzt wird, ist klar strukturiert. Möbel, Boden, Fenster und Lampen sind Nachbildungen entsprechend der Entwürfe Arndts.
Die bauzeitliche Ausstattung ist an vielen Stellen erhalten. Fußböden, Türen, Treppen, der rote Saal mit umlaufender Empore und sichtbaren Betondachbindern sind z.T. im Originalzustand. Mobiliar und Boden im blauen Saal wurde originalgetreu nachgebaut. Dasselbe gilt für die Ausstattung der Hotelzimmer.
Innenaufnahmen unter Räumlichkeiten Haus des Volkes Probstzella
Zusätzliche Räumlichkeiten
Hotel mit 15 Zimmern, Tagungsräume, zudem hat Herr Nagel gute Kontakte zu Hotels in der Umgebung
Erschließung
Strom, Wasser/Abwasser, Telefon, DSL, sanitäre Anlagen
Informationen zur Zugänglichkeit
Treppen:
Aufzüge:
Personenaufzug in alle relevanten Etagen
Parkplätze
vor dem Parkeingang und in der Bahnhofstraße
Herr Nagel kann Kontakte zu den noch lebenden Kindern Alfred Arndts vermitteln
Literatur:
Roman Grafe: Die Grenze durch Deutschland
Erfahrungen mit Dreharbeiten
Doku "Mehr Licht. Das Lebenswerk des Franz Itting." (Roman Grafe, D 2005), MDR-Beiträge
Impressionen
Kontakt
Kontakt Drehgenehmigung
Dieter Nagel
Lehestener Straße 10
07330 Probstzella
Kontakt vor Ort
Dieter Nagel
Lehestener Straße 10
07330 Probstzella