Im Wohnkomplex "Johannes R. Becher" in Lößnig, zwischen 1972-74 entstanden, wurde erstmals die Bebauung eines ganzen Stadtteils mit den Wohnscheiben des Typs P 2.11 in Leipzig durchgesetzt. Die Montage der ungefähr 100 Meter langen Wohnblocks erfolgte aus standardisierten, industriell vorgefertigten Betonplatten. Neben über 3000 neuen Wohnungen wurde eine vollständige Infrastruktur, den propagierten Prinzipien eines sozialistischen Wohnkomplexes entsprechend, geschaffen, zu denen Kindergärten und Schulen, Spielplätze, Einkaufsmöglichkeiten, Sportplätze u.v.a.m. gehörten. Eine Besonderheit des Neubaugebietes ist der Silbersee, eine am Rande gelegene grüne Oase, die den Anwohnern zur Entspannung und Erholung dient.
Hinweise zum Dreh
Einschränkungen (zeitlich):
Einschränkungen (räumlich):
Keine grundsätzlichen Einschränkungen im öffentlichen Straßenland. Die Antragstellung für Erlaubnisse nach § 29 Abs. 2 StVO und für Sondernutzungen erfolgt bei der Veranstaltungsstelle der Stadt Leipzig. Die jeweiligen Eigentümer von Immobilien bzw. Grundstücken müssen zusätzlich kontaktiert werden.
In der Umweltzone Leipzig besteht ein Fahrverbot für Fahrzeuge ohne "Grüne Plakette", aber: es gibt eine Ausnahmeregelung für Spielfahrzeuge. Der Einsatz ist jedoch nur am Set gestattet und noch vor Drehbeginn anzeigepflichtig, sonst ordnungswidrig. Nähere Informationen im Handout Produktionszentrum Leipzig (S. 7 und 10).
Nutzung
Wohn- und Geschäftshäuser, öffentliche Einrichtungen
Kunsthistorische Baubeschreibung
Die ausschließlich elfgeschossigen Wohnhausscheiben des Typs P 2.11 weisen eine einfache Kubatur auf und staffeln sich entlang der Johannes-R.-Becher-Straße in offenen Karrees bis zur Hans-Marchwitza-Straße. Auf die Errichtung von sechzehngeschossigen Punkthochhäusern wurde in Lößnig verzichtet. Die Plattenbauweise des Typs P 2.11 sollte durch Verlängerung der Häuserblocks auf 100 m und Vergrößerung der Gebäudetiefe die Wohndichte erhöhen. Die Fassadengestaltung wurde durch vorgestellte Längswandloggien, eingeschobene Loggien und Betonsegmente, im Volksmund "Haifischzähne" genannt, variiert. Balkons standen nur sehr selten zur Verfügung. Bei der Sanierung der Wohnblöcke nach 1992 wurde versucht, die Einheitlichkeit der Fassadengestaltung aufzubrechen, als herausragendes Beispiel gilt die Hans-Marchwitza-Straße mit dem sogenannten "Schwedenmodell".
Epoche
Nachkriegsarchitektur, Industrielle Plattenbauweise
Inneneinrichtung
Zur Inneneinrichtungsstandard der Wohnungen in den 1970er Jahren gehörten PVC-Fußbodenbeläge, einheitliche Türen und Beschläge sowie Naßraumzellen, verkleidet mit plastbeschichtetem Gewebe. Küchen, Bäder und Treppenhäuser liegen in den Wohnhausscheiben des Typs p 2.11 im Innern des Gebäudes.
Zusätzliche Räumlichkeiten
keine vorhanden, zu erfragen in den umliegenden Geschäften und Einrichtungen
Erschließung
eventuell kommunale Strom- und Wasseranschlüsse nutzbar, anzufragen über die Stadt Leipzig, Veranstaltungsstelle
Informationen zur Zugänglichkeit
Treppen:
in den Wohnblöcken schmale Treppenhäuser, ca. 1,30 m breit
Aufzüge:
in den 9-, 11-geschossigen Wohnblöcken Fahrstühle vorhanden
Parkplätze
in den Straßen des Viertels ausreichend Parkplätze vorhanden, sollen Verkehrsflächen reserviert werden, muss 10 Arbeitstage vor Drehbeginn ein Antrag im Ordnungsamt/ Veranstaltungsstelle mit folgenden Angaben eingereicht werden: Anschrift/Tel./Fax. des Antragstellers bzw. Verantwortlichen vor Ort, Drehzeit, -ort, aussagefähige Lageskizze mit den gewünschten Flächen für die Produktionsfahrzeuge bzw. Motiv, Besonderheiten (Trailerfahrten, Aufbau auf Schienen für Kamera etc., Verkehrszeichenplan der autorisierten Firma)
weitere Kontakte und Informationen für die Produktionsvorbereitung im Handout Produktionszentrum Leipzig;
Publikation zum kommunalen Wohnungsbau in Leipzig:
Pro Leipzig e. V. und Leipziger Wohnungs- und Baugesellschaft mbH: Eine Wohnung für alle. Geschichte des kommunalen Wohnungsbaus in Leipzig 1900-2000, Leipzig 2000
Erfahrungen mit Dreharbeiten
Im Viertel, insbesondere am Silbersee wurden schon Szenen für verschiedene TV-Produktionen realisiert.
Für Anmietung von Wohnungen sind Erlaubnisse der jeweiligen Eigentümer einzuholen.
Der Leipziger Wohnungs- und Baugesellschaft mbH (LWB) gehören folgende Häuser: Bernhard-Kellermann-Straße 2-8, 18-24; Hans-Marchwitza-Straße 2-8, 145-28; Willi-Bredel-Straße 2-8.
Das Einkaufszentrum Moritzhof gehört der Vicus Group AG.
Impressionen
Kontakt
Leipzig-Lößnig
Zwickauer Straße
04279 Leipzig
Kontakt Drehgenehmigung
Henriette Pöritz
Stadt Leipzig | Ordnungsamt
Sachbearbeiterin Veranstaltungsstelle (Ansprechpartnerin für verkehrsrechtliche und ordnungsbehördliche Anordnungen)
Prager Straße 118-136, Haus A
04317 Leipzig
Kontakt vor Ort
Uta Johannes
Stadt Leipzig | Amt für Wirtschaftsförderung
Sachbearbeiterin Medien und Kreativwirtschaft (Zentrale Ansprechpartnerin für Filmproduktionen)
Martin-Luther-Ring 4-6
04109 Leipzig