Friedrich Schiller, der seit 1789 in Jena weilte, erwarb das Gartenhaus im März 1797 für 1050 Taler. Mit seiner Frau Charlotte, seinen zwei Söhnen und drei Dienstboten verbrachte er hier von 1797 bis 1799 die Sommermonate. In dieser Zeit arbeitete er an vielen seiner Balladen, wesentlichen Teile des "Wallenstein", dem Anfang von "Maria Stuart" und der "Jungfrau von Orleans". Heute beherbergt das Haus neben einer Ausstellung zu Schillers Jenaer Jahren originalgetreue Nachbildungen der einstigen Wohnräume. Das Anwesen ist das einzig erhaltene Baudenkmal, dessen Gestaltung im erheblichen Umfang unmittelbar auf den Dichter zurückgeht.
Hinweise zum Dreh
Einschränkungen (zeitlich): nach Absprache
Nutzung
Museale Nutzung, zudem Vorträge, Lesungen und Konzerte in der Veranda
Kunsthistorische Baubeschreibung
Das schlichte Gartenhaus, um 1740 von lokalen Handwerkern errichtet, ist in der für Jena charakteristischen leichten Fachwerkbauweise ausgeführt. Als Schiller das Haus 1797 erwarb, ließ er es im Inneren entsprechend den Anforderungen des siebenköpfigen Haushalts umgestalten. Er errichtete im Garten einen Küchenbau um einer Brandgefahr vorzubeugen und Küchengerüche zu separieren, sowie die "Gartenzinne". Dieser zweigeschossige Pavillon ist ein turmartiger Baukörper mit quadratischem Grundriss. Er beherbergt ein Schreibkabinett, das über eine hölzerne Freitreppe zu erreichen ist, und ein Bad im Erdgeschoß. Wohnhaus, Küche und Zinne wurden durch ein pretanguläres, parallel zu den Grundstücksgrenzen verlaufendes Wegenetz verbunden. Vom Haus aus führt weiter ein zentraler Mittelweg zu einer Laube, von der aus man wiederum zu Küche und Zinne gelangt. Die Wege teilen das Areal in gleichmäßige Flächen.
Anfang des 19. Jh. wurde an der Westseite eine Sternwarte installiert. Im Zuge dessen erhielt das Haus einen neuen Eingang, der heute als Besuchereingang genutzt wird. Ursprünglich verfügte es nur über den Zugang im Westen. Zu dieser Zeit verfiel die Zinne dermaßen, dass sie 1818 abgetragen werden musste (1978/79 wurde sie auf Grundlage überlieferter Ansichten und Pläne rekonstruiert). Von 1878 bis 1888 bewohnte Ernst Abbe mit seiner Familie das Anwesen. Er ließ das Haus durch einen zweigeschossigen Anbau mit einer verglasten, ebenerdigen Veranda nach Süden erweitern.
Epoche
Volksbauweise, Fachwerk
Inneneinrichtung
Die Ausstellungsräume im Erdgeschoss widmen sich dem Wirken Schillers an der Philosophischen Fakultät. Die Räumlichkeiten der oberen Etagen (Schillers und Charlottes Wohn- und Schlafräume) sind als historische Wohnräume gestaltet, die das Lebens- und Arbeitsmilieu des Dichters und seiner Familie anschaulich nachstellen. Die Möbel sind originalgetreue Nachbildungen.
Zusätzliche Räumlichkeiten
Die Veranda kann umfunktioniert werden. Da sich das Theaterhaus Jena in unmittelbarer Nähe befindet, empfiehlt sich eine Kooperation.
Erschließung
Strom, Wasser (warm), Telefon, 2 WCs
Informationen zur Zugänglichkeit
Treppen: Die Treppen sind mindestens 90 cm breit. Die Türen im 2. OG sind z.T. reletiv eng (185 cm, 56 cm), im Rest des Hauses 202 cm hoch und 82 cm breit.
Parkplätze
vor dem Theaterhaus und am Heckelplatz, Ansprechpartner für verkehrsrechtliche Belange im Handout Produktionszentrum Jena
https://www.mdm-online.de/film-commission/produktionsvorbereitung/produktionszentren/jena
Erfahrungen mit Dreharbeiten
Dokumentarfilme
Impressionen
Kontakt
Kontakt Drehgenehmigung
Axel Burchardt
Friedrich-Schiller-Universität Jena
Hochschulkommunikation, Bereich Presse und Information
Leitung
Fürstengraben 1
07743 Jena