Schloss Hartenfels im nordsächsischen Torgau zählt zu den architekturgeschichtlich bedeutendsten Bauten der Frührenaissance in Deutschland. Die um einen Binnenhof gruppierte, weiträumige Vierflügelanlage mit unregelmäßigem Grundriss entstand in mehreren Bauphasen. Bereits im Spätmittelalter handelte es sich um ein repräsentatives Gebäudeensemble, wie auf einem Gemälde von Lucas Cranach d. Ä. um 1544 dargestellt. Cranach wurde von Friedrich dem Weisen 1505 zum Hofkünstler ernannt, blieb es auch unter den Kurfürsten Johann und Johann Friedrich und war mit seiner Werkstatt für die künstlerische Ausgestaltung des Schlosses verantwortlich. Die heutige Gestalt gewann das Schloss im Wesentlichen im 16. Jahrhundert durch den Ausbau von Konrad Krebs. Er führte die Arbeiten von Conrad Pflüger fort, der mit der Fertigstellung der Albrechtsburg in Meißen ab 1482 als Architekt für das Torgauer Schloss verpflichtet worden war. Von 1533 bis 1536 errichtete Konrad Krebs den Südostflügel mit einer faszinierenden Spiraltreppe – dem Großen Wendelstein – was als sein Hauptwerk angesehen wird. Die Schlosskapelle wurde als protestantischer Gottesdienstraum in den Kurfürstlichen Gemächern konzipiert und als erster evangelischer Kirchenneubau 1544 von Martin Luther eingeweiht.
Schloss Hartenfels gehört zum Marketingverbund Schlösserland Sachsen.
Hinweise zum Dreh
Einschränkungen (zeitlich):
Einschränkungen (räumlich):
Nutzung
Sitz des Landratsamtes (Eigentümer);
Dauerausstellungen "Standfest. Bibelfest. Trinkfest." in den Kurfürstlichen Gemächern im Flügel B und "Torgau. Residenz der Renaissance und Reformation" (in Kooperation mit den Staatlichen Kunstsammlungen Dresden) sowie wechselnden Sonderausstellungen im Flügel D,
Hausmannsturm mit Aussichtsplattform,
Lapidarium des Stadt- und Kulturgeschichtlichen Museums Torgau im Kellergewölbe,
Erinnerungsort Torgau (vormals DIZ Torgau) der Stiftung Sächsische Gedenkstätten mit Ausstellung "Mut und Ohnmacht" im Flügel B
Kunsthistorische Baubeschreibung
eines der besterhaltendsten Frührenaissance-Schlösser Deutschlands;
kurfürstliche Repräsentationsarchitektur;
Flügelbezeichnung von A bis E zur besseren Orientierung ist auf den Umbau als Kaserne zurückzuführen und wurde bei den zivilen Nachnutzungen beibehalten;
Flügel D (Albrechtsbau): 1483-1485 unter Leitung Conrad Pflügers errichtet
Flügel C (Johann-Friedrich-Bau): 1533-1536 durch Konrad Krebs errichtetes, langgestrecktes, viergeschossiges Gebäude; Großer Wendelstein wie ein Schiffsbug vorgelagert, auf Altan mit beidseitigen Treppenläufen, jeweils flankiert von überlebensgroßen Standfiguren; Hauptportal mit Zugang zum nicht mehr erhaltenen Festsaal
Großer Wendelstein: Hauptwerk der Architekturgeschichte; 28,22 m hoher Turm mit 54 Stufen, freitragende Treppenspindel ohne Mittelsäule, schneckenartig, zweieinhalbfach gewunden; abschließend Turmstube (Spiegelstube); aufwändiger Fassadenschmuck (zum Beispiel Wappengalerie); architektonische Inszenierung als Zeugnis von Glaube und Legitimation von Macht
Schlosskapelle: orientiert an obersächsischen Hallenkirchen (vgl. St. Wolfgang in Schneeberg) mit dreigeschossigem, vierjochigem Emporensaal
Rosengarten: Terrassenanlage im Stil eines Renaissancegartens auf dem Gelände des mittelalterlichen Turniergrabens im Nordwesten des Schlossareals
Bärenzwinger: beidseitig der Schloßbrücke befindliches Gehege für zurzeit drei Bären (großer und kleiner Bärengraben); 1452 erste Anlage; seit 1624 heutige Form; Erneuerung der beiden Bärengräben im Zuge der Sanierung von Flügel E (2009-2013), dabei Neubau von modernen, artgerechten Bärenställen im Keller des Flügels, 2021 Neugestaltung der Außenanlage
Epoche
Gotik, Renaissance
Informationen zur Zugänglichkeit
Treppen:
Aufzüge:
Personenaufzug zwischen Lapidarium im Keller und den Kurfürstlichen Gemächern unterm Dach auf der Elbseite des Schlosses,
Personen- und Lastenaufzug im Flügel D (Albrechtsbau)
Parkplätze
Übersicht des Torgau-Informations-Centers zu Parkmöglichkeiten rund ums Schloss;
verschließbare Fahrradboxen (Fahrradgaragen) mit Reparaturstation und E-Bike-Ladesäule an der Elbseite des Schlosses Nähe Elberadweg
Übernachtung buchbar über das Torgau-Informations-Center, Anlaufpunkt des 1995 initiierten Tourismusprojekts im Stadtgebiet: Hinweistafeln mit blauer Schrift auf weißem Grund aus Keramik, von der Villeroy-&-Boch-Produktionsstätte Torgau gefertigt
Erfahrungen mit Dreharbeiten
ist vorhanden, u.a.:
Frühlingssinfonie (1983, Dreharbeiten auf der Schlossbrücke mit Bärengraben)
Dornröschen (1970, Außenaufnahmen);
filmthematische Ausstellungen, u.a.:
2024 Sonderausstellung "Fairytales - Geschichten aus dem Märchenschloss"
2022/2023 Sonderausstellung "Dornröschen - Das Märchenschloss im Blütentraum"
2017/2018 Ausstellung zu den drei DEFA-Märchenfilmen "Rotkäppchen", "Dornröschen" sowie "Schneeweißchen und Rosenrot"
2012/2013 Sonderausstellung "Dornröschen – ein DEFA-Märchen auf Schloss Hartenfels"
Impressionen
Kontakt
Kontakt Drehgenehmigung
Thomas Seidler
Landratsamt Nordsachsen
Stabsstelle Medien und Kommunikation
Stabsstellenleiter
Schloßstraße 27
04860 Torgau
Kontakt vor Ort
Sebastian Stöber
Landratsamt Nordsachsen
Stabsstelle Medien und Kommunikation
Schloßstraße 27
04860 Torgau