Nur wenige Kilometer vom Zentrum der Klassikerstadt entfernt, liegt das Landgut Holzdorf. Das großzügige Anwesen beherbergte bis in die 1940er Jahre hinein eine der größten und qualitätvollsten privaten Kunstsammlungen der Moderne. Der Großindustrielle Otto Krebs hatte das Gut zu Beginn des 20. Jhd. erworben und ließ es zum staatlichen Sommersitz umbauen. Dort präsentierte er über 100 Meisterwerke der Moderne. Während des NS-Regimes verbarg er seine Schätze in einem Tresor im Keller des Herrenhauses. Dort fanden sie die russischen Besatzer nach dem 2. Weltkrieg und machten sie zur Kriegsbeute. Heute ist ein Großteil der Werke in der Eremitage zu bewundern.
Hinweise zum Dreh
Einschränkungen (zeitlich):
nach Absprache
Einschränkungen (räumlich):
nach Absprache
Nutzung
Der Komplex umfaßt insgesamt 8 Gebäude, die vom Diakonisches Zentrum Weimar genutzt werden, und eine Parkanlage . Das Projekt "Neue Arbeit", mit Bergehof, Holz-, Kreativ- und Fahradwerkstatt, ist im Süden untergebracht. Im Neubau ist ein Waldkindergarten. Den Westflügel nimmt die Evangelische Fachschule für Altenpflege ein, den ehemaligen Pferdestall eine Kerzenwerkstatt. Die Cafeteria lädt zu Imbiss und Getränk ein. Der repräsentative Ostflügel wird für verschiedene Veranstaltungen vermietet, ebenso die Aula . Einige Teile befinden sich in Umbau, viele Räume stehen leer. Im 1. OG gibt es eine kleine Pension mit fünf Gästezimmern.
Kunsthistorische Baubeschreibung
Erstmals erwähnt wurde das Landgut Holzdorf im 14. Jhd. als Rittergut mit Vierseithof. Das sehr gut erhaltene Herrenhaus wurde zwischen 1690-1750 errichtet. Die fruchtbarste Phase erlebte das Anwesen Anfang des 20. Jhd. Der Mannheimer Industrielle Dr. Otto Krebs erwarb den Herrensitz 1917 von der Stadt Weimar.
Herrenhaus (Ostflügel): 3- bis 4-geschossig, Fensterachsem nehmen ab dem 1.OG ab, im EG Gliederung durch schmale Pilaster, Betonung des Portals durch kannelierte Pilaster, Vordach getragen von Säulen nach ionischen Vorbild, über dem Portal im 1. OG ein Balkon, den wieder kannelierte Pilaster rahmen, im DG Betonung der Hauptachse durch Dreiecksgiebel, Verkleidung im EG und 1. OG mit Schieferziegeln, DG mit roten Ziegeln, auf der Parkseite halbrunder Anbau im EG, quergestellter 4-geschossiger Flügel, im Süden schließt ein 2-geschossiger Fachwerkbau mit Erker an
Inneneinrichtung
im Herrenhaus Intarsienparkett, Ledertapeten, kostbare Kassetten- und Stuckdecken, Holzvertäfelung, überwiegend ohne Mobiliar, z.T. Einbauschränke (Holz); kleines Kellergewölbe mit Tresoranlage Anfang 20. Jhd.
Erschließung
Strom, Wasser, sanitäre Anlagen, Telefon
Informationen zur Zugänglichkeit
Treppen:
1,2-2 m, Materialtransport in alle Bereiche möglich
Aufzüge:
keine
Parkplätze
auf dem Gelände und unmittelbar daneben ausreichend vorhanden
Dokumente, Archivalien und Kontakt zu Experten über die Diakonie (s.o.);
Literatur: Andrea Pophanken/Felix Billeter (Hg.): Die Moderne und ihre Sammler. Französische Kunst in deutschem Privatbesitz vom Kaiserreich zur Weimarer Republik, Berlin: Akademie Verlag, 2001
Erfahrungen mit Dreharbeiten
Erich Mielke - Meister der Angst (LOOKS Filmproduktionen GmbH 2015), Der Ursprung der Gewalt (INTEGRAL FILM 2014), Der Rand (Sebastian Puchinger, 2014), Für Elise (ostlicht filmproduktion GmbH 2010), Der Gewaltfrieden (Tellux-Film GmbH 2009), Rotkäppchen (Mediopolis 2005), Videoproduktion Christina Rommel, MDR u.a.
Nataschas Tanz (Ma.ja.de Fiction GmbH und Fatt Productions, 2023)
Ich ist ein Anderer (ostlicht filmproduktion GmbH, 2025)
Impressionen
Kontakt
Kontakt Drehgenehmigung
Bettina Schmidt
Diakonie Landgut Holzdorf gGmbH
Geschäftsführerin
Otto-Krebs-Weg 5
99428 Holzdorf / Weimar